2010

Geschäftsidee und ein wunderschöner Herbsttörn

April 2010:

Die Geschäftsidee, mit dem Hobby Segeln evtl. ein wenig Geld zu verdienen oder zumindest die Privattörns zu finanzieren, entstand mal wieder während der „dunklen“ Jahreszeit. Peter und Sven gründeten die GBR Sky-Sailing (Firmenzweck: Durchführung von Wassersportevents). Über ein paar Kontakte von Peter konnte eine Coaching Firma in München gewonnen werden, die die Idee Segeln als Teambuilding-Event in ihr Portfolio aufzunehmen, nicht so schlecht fand und auch direkt an einem Probetörn teilnehmen wollte.

Zur Umsetzung dieses Vorhabens wurden bei NOA Yachting zwei Hanse Yachten gechartert. Eine 430 und eine 470, beide als 3-Kabiner. Um das Angebot für die Kunden zu komplettieren, hatten wir Bettina eine Bekannte von Frank angeheuert, die sowohl über Segelerfahrung als auch über sehr gute Kochkenntnisse verfügte. Peter und Sven reisten extra ein paar Tage früher nach Kroatien, um die Boote zu Saisonbeginn in Ruhe übernehmen zu können. Soweit lief auch alles wie geplant, dann geschah aber ein sehr seltenes Naturereignis. Auf Island brach der Vulkan Eyjafjallajökull aus und legte den Flugverkehr über Europa lahm und eine Anreise der Crews war nicht mehr wie geplant möglich. Wolfgang entschied mit dem Auto nach Kroatien zu fahren und sammelte in der Bodenseeregion Bettina und Christian ein. Jeremy wollte aus England anreisen, auch er entschied sich auch für die Reise mit dem Auto – schlappe 2200 km und geplante 24 Stunden incl. Fährüberfahrt! Lediglich die Teilnehmer der Firma aus München sagten ihre Teilnahme ab – soweit zur Geschäftsidee! Segelspaß hatten wir aber dennoch zu genüge.

Die beiden Yachten an einem alten Militärkai nahe Starigrad (Hvar)

Der erste Teil der Tour führte uns abermals die Krka hoch bis nach Skradin. Der Vorteil, wenn man mit zwei Booten unterwegs ist, ist der, dass man beim Segeln schöne Fotos machen kann.

Beeeindruckende Felswände entlang der Krka

Anfahrt auf Skradin

Frei nach dem Motto: Wände helfen Wenden

Von Skradin führte uns der Weg nach Kastela zum Crewwechsel auf Peters Boot. Von dort aus segelten wir bei tollem Frühlingswetter nach Brac, Hvar und drückten uns bei Flaute in ein paar Buchten auf den Teufelsinseln – Sv. Klement (vor Hvar) herum. Dort hatte Peter leider eine Grundberührung mit seiner Hanse 470, die aber super solide gebaut ist und zum Glück nur leichte Schäden am Kiel davontrug. Um Teile von Peters Crew zum Flieger zu bringen machten wir am Stadtkai in Trogir fest.

3x Hanse am Stadtkai in Trogir – es hatte sich noch eine 540 dazu gesellt

Blick vom Stadtkai nach Ciovo

Die restlichen Tage verliefen gemütlich mit „sinnfreiem Segeln“ und einer Übernachtung in der im Herbst 2008 bereits besuchten schönen Bucht bei Rogoznica.

Wie aus dem Bilderbuch

Fotoshooting unter Segeln

Insgesamt wurden hier ca. 280sm bei moderatem Wetter, bis 5Bft zurückgelegt. Auch hier die Zusammenstellung der Wetterberichte und die Meilenübersicht.

Nach diesem Törn trennten sich (vorerst) die Segelwege von Sven und Peter. Sven sollte mit seiner Familie und Freunden noch ein paar Jahre durch die Adria segeln, während Peter zunächst in sein „Stammrevier“ an die Côte d’Azur zurückkehrte um dann zu neuen Ufern nach Griechenland aufzubrechen. Die GBR wurde in ein Einzelunternehmen von Peter umgewandelt, mit dem er weiterhin akiv ist, mittlerweile (seit 2014) mit eigener Yacht.

Oktober 2010:

Die Hanse 430 hatte sich als sehr gute Yacht gezeigt, sodass sie gleich für den Herbst erneut gechartert wurde. Dieses Mal waren Wolfgang, Anja und Melanie direkt mit von der Partie.

Die Yu Chen bei der Schiffsübernahme

Die Route führte dieses Mal nicht nur nach Skradin sondern wir statteten den Inseln vor Sibenik und der Stadt selbst diverse Besuche ab. So erkundeten wir, nachdem wir fast schon obligatorisch die erste Nacht in Veli Drvenik und die zweite an einem alten Fähranleger in der Bucht der Marina Kremik verbracht hatten, die Inseln Privic, Kaprie und die Schwammtaucherinsel Krapanj.

Der Anleger in Veli Drvenik

Die alte Kirche über dem Dorf Veli Drvenik

Das schöne, auf einer Insel gelegene, Städtchen Tribunj hatten wir quasi für uns alleine. Keine Touristen, aber ein aufmerksamer Marinero am Stadtkai, der uns mit folgendem Kommentar abkassierte: „We are working all the year round“.

Die Altstadt von Tribunj – direkt dahinter die Marina

Dann ging es wieder die Krka hinauf bis nach Skradin, dieses Mal besuchten wir dann auch den Nationalpark der Krka-Fälle.

Skradin herbstbunt im Abendlicht

Hier starb Winnetou

„gezockt“ wurde auch an Bord

Nach einer Übernachtung in einer einsamen Bucht unterhalb des Krka-Sees machten wir zum Zwischenstopp in Sibenik fest. Von dort schafften wir es noch in unsere „schöne Bucht“ bei Rogoznica“.

Der Dom von Sibenik

Die Straßenbrücke über die Krka, die wir kurz vorher passiert hatten

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Maslinica (Solta), wo wir ebenfalls am alten Fähranleger übernachteten.

Damals noch ein beschauliches Fischerdorf – Maslinica

Sonnenuntergang wie im Bilderbuch

Von dort schob uns der Maestral unter Blister bis nach Hvar-Stadt. Das St. Tropez Kroatiens präsentierte sich im Oktober sehr ruhig und nicht so überlaufen wie in der Hochsaison.

Schmetterling mit Blister

Der Hauptplatz in Hvar

Die Schlussetappe führte uns noch zu mehreren Stopps auf Brac. Zuerst ankerten wir in der Blaca Bucht von aus ein Teil der Crew den Aufstieg zu gleichnamigen Einsiedelei (Blaca) antrat, leider war das Kloster wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Die Crew abmarschbereit

Vor Anker in der Blaca Bucht

Der nächste Nacht verbrachten wir an „unserem berühmten roten Haus“, dort hatten wir auch im Herbst 2008 schon zweimal übernachtet.

Am roten Haus

Mit einem Stopp zum Tanken in Milna kehrten wir nach zwei wunderschönen Segelwochen zurück in die Marina Kastela. Insgesamt hatten wir bei bis zu 5 Bft 250 sm zurückgelegt. Lukas, Jakob und Wolfgang hatten viele Möglichkeiten sich mit  dem Steuern einer Segelyacht vertraut zu machen.

Alle konzentriert bei der Sache

Die meisten der schönen Bilder verdanken wir Anja, die bisweilen auch mal mit 3 Kameras im Anschlag (Brückendurchfahrt auf der Krka) bereit stand oder lag, um die Erlebnisse auf Speicherkarten (Zelluloid ist es ja schon lange nicht mehr) festzuhalten.

Die Bordfotografin

Hier wieder die Wettervorhersagen und die Meilenübersicht.