Sommerferientörn bis Albanien (2023)

Für die Sommerferien haben wir einen Abstecher nach Albanien geplant, aber noch keine festen Plan. Einzig die Rückkehr nach Korfu ist terminiert und der Liegeplatz gebucht, da Silva in der Marina Mandraki die Wartezeit verbringen soll, bis die Jungs im September kommen, um das Boot zu übernehmen. Also mal sehen, wie weit wir kommen….

Montag 24.7. bis Montag 31.7. Anreise und Renovierungsendspurt

Wie üblich machen wir uns am Montagnachmittag auf den Weg zur Fähre, testen allerdings diesmal die (sogar etwas kürzere Route) über Frankreich, um den Ferienverkehr zu umgehen. Alles läuft nach Plan, wir legen den üblichen Stopp in Como ein und sind nach einem kurzen Schlafstopp bei Parma schon recht früh in Ancona, da wir die frühe Fähre gebucht haben. Obwohl es noch 5 Stunden bis zur Abfahrt sind, gibt es schon eine recht lange Warteschlange am Check-in und einige Passagiere scheinen sich sogar noch Resttickets zu ergattern. Die Wartezeit bis zur Abfahrt wird -fast schon ein Ritual- wieder hoch über der Stadt im kleinen Park an der Kathedrale verbracht. Als wir die Fähre in der Hafeneinfahrt erspähen, machen wir uns auf den Weg und sind noch viel zu früh an der Pier. Vor der Fähre hat sich schon eine riesige Menschenmenge gebildet…. So viele Passagiere haben wir noch nie gesehen. Doch die große Zahl an Reiselustigen hat auch ihre Vorteile, da wir (scheinbar wurde unsere umgebaute Vierbett-Innenkabine für vier Personen benötigt) ein Upgrade auf eine komfortable Außenkabine erhalten. So kann der Urlaub beginnen… Etwas weniger begeistert sind wir allerdings, als uns Yannis, der Chef der Werft bei unsere Ankunft in Aktion mitteilt, dass es leider eine Verzögerung wegen der hohen Temperaturen gegeben habe und die Fertigstellung des Unterwasseranstrichs noch etwas dauere. Putzen könnten wir das Boot im übrigen auch nicht, da dies unvorteilhaft für den Anstrich sei…und das Kranen wäre dann frühestens am Samstag.

Die erste Lage Primer ist drauf

Diese Mitteilung wirft unseren gesamten Plan durcheinander. Wenn wir Das Deck nicht putzen können, können wir heute nicht aufriggen und haben somit noch sämtliche Ausrüstung im Bootsinnern, die eigentlich am ersten Tag verbaut werden sollte. Viel zu ungemütlich, um auf dem Boot zu übernachten, also muss eine Alternative her. Dank Internet haben wir innerhalb der nächsten 10 Minuten eine Ferienwohnung für die nächsten beiden Nächte in Agios Nicolaos gefunden, die zwar pragmatisch, aber in der Hochsaison noch frei ist… was will man mehr. Die Vermieter sind freundlich, ein Café gleich nebenan und zwei süße Katzen gibt es zur Unterhaltung auch noch gratis dazu.

Hinter der Apotheke ist unsere Wohnung
Die kleine ist inklusive

Dann kann der übliche Arbeitsmodus beginnen: Noch am Mittwochabend reinigen wir Silvas Deck per STAUBSAUGER !!!! (wir können ja nicht putzen) vom gröbsten Schmutz – der Sand vom Sandstrahlen liegt als dicke Staubschicht überall und hat sich in alle Ritzen gesetzt. Am Donnerstag klingelt der Wecker um 6 Uhr und mit Sonnenaufgang nutzen wir die noch erträglichen Temperaturen für die weiteren Arbeiten. Vorsichtig bringen wir an Deck alles soweit möglich an Ort und Stelle, füllen die Tanks und verrichten die nötigen Arbeiten am Motor. Beim Einsetzen des Impellers und anschließendem Test des Seewasser-Kühlkreislaufs müssen wir jedoch feststellen, dass der Dichtring an der Antriebswelle leckt… sehr ungünstig…. Nach fernmündlicher Absprache mit unserem weltbesten Motorexperten Panos wechseln wir die Dichtung am Freitagmogen. Ein Ersatzteil war glücklicherweise noch im Bordvorrat. Nachdem wir am Freitag schon recht weit mit unseren anstehenden Arbeiten gekommen sind, gönnen wir uns am späten Abend eine Auszeit in Preveza, erledigen noch einige Einkäufe, drehen unsere übliche Runde durch die Stadt und beschließen den Rundgang mit einem leckeren Essen im „Mythos“.

Fertig zum Stapellauf

Gerade als wir am Samstagmorgen (endlich konnten wir das Deck vorsichtig mit etwas Wasser reinigen) die letzten Leinen sortiert und das Auto zum Abstellen vorbereitet haben, kommen die Werftarbeiter, um uns mitzuteilen, dass der Trailer in 20 Minuten bereit sei. Da kommt dann doch noch etwas Hektik auf und als wir das Auto auf dem Parkgelände abgestellt haben, kommt uns Silva auch schon auf dem Trailer entgegen. Silva wird in den Kran gehängt, die letzten Stellen noch mit dem Unterwasseranstrich versehen und dann kommt der spannende Moment…. Das Boot wird zu Wasser gelassen. Ob alles dicht ist? Noch bevor wir aufs Boot dürfen kontrolliert der Mechaniker den neu eingedichteten Kiel und das neu gelagerte Ruder. Alles bestens. Dann kann die Reise ja losgehen. Für heute jedoch nur bis zum Stadtkai Preveza. Hier wollen wir die erste Nacht verbringen, um gegebenenfalls noch einmal zurück zur Werft zu können. Das Abendessen mit Panos und seiner Familie muss leider entfallen, da er (wie in der Hochsaison üblich) mal wieder bis 22 Uhr an einer Charteryacht arbeitet, die am Vortag mit Motorschaden zurückkam und deren neue Gäste nun sofort wieder auslaufen wollen.

Die Segel und das Rigg testen wir am Sonntag im Ambrakischen Golf. Bei einem schönen Nachmittagswind und glattem Wasser können wir feststellen, dass sich die Arbeiten am Rigg und Unterwasserschiff gelohnt haben. Das Boot gleitet ruhig durchs Wasser, das Ruder ist leichtgängig und mühelos erreichen wir bei 4-5 Windstärken 7kn Fahrt durchs Wasser. Nach unserer Rückkehr nach Preveza ankern wir In der Bucht hinter dem Fischerhafen und freuen uns, dass sich die ganzen Mühen gelohnt haben. Endlich Kann der Urlaub beginnen….

Der Ankerplatz in Preveza – wie immer gut besucht

Auch der Montag verspricht zunächst ein schöner Segeltag zu werden. Um die Mittagszeit kommt der übliche (Nord)westwind auf und bringt uns die ersten Meilen zügig Richtung Norden. Tagesziel ist, wie immer auf dem Weg nach Norden, Parga oder Ormos Fanari (das Mündungsdelta des Archeron…kurz „Flussbucht“ genannt). Doch dann spielt der Wind wieder sein übliches Spiel und flaut an der Küste ab, während die Dünung aus dem Ionischen Meer unverändert zunimmt. Das macht ein vernünftiges Segeln unmöglich, da wir nur durch die mittlerweile recht hohen Wellen dümpeln und praktisch keine Fahrt durchs Wasser machen. So müssen wir mal wieder ungemütlich gegen die Dünung anmotoren. Parga und die Flussbucht scheiden als Ankerplätze aus, da sie keinen Schutz vor den ungemütlichen Wellen bieten. Also muss eine Alternative her. Die Wahl fällt auf Ormos Agiois Ioannis, eine Bucht mit Süßwasserquellen, einem einen Sandstrand und imposanten Felspanorama. eigentlich wollten wir ja schon immer mal hierher…gut, dass es Wetterkapriolen gibt. Als der Anker gut eingefahren ist, kontrollieren wir nochmal den Kiel, schließlich musste das arme Boot heute recht viel aushalten, doch alles sieht bestens aus und Silva hat den ersten Härtetest bestanden.

Dienstag 1.8.23 bis Dienstag 8.8.23 Chillen rund um Korfu-City

Nach einer ruhigen Nacht am Anker kühlen wir uns am Dienstagmorgen noch bei einem Bad im (hier wegen der Süßwasserquellen etwas kühlerem) Meer ab, bevor wir den Anker lichten. Heute wollen wir mal wieder auf Paxos vorbeischauen und die zwischen Gaios und Lakka gelegenen kleinen Orte in Augenschein nehmen.  Leider kommt nicht viel Wind auf, sodass wir nur mit der Nachmittagsbrise auf dem letzen Stück des Weges segeln können. Erwartubgsgemäßist die Insel gut besucht, sodass wir doch wieder auf die große Lakkabucht im Norden ausweichen. Hier finden wir einen Platz auf dem wir mit Landleinen Ankern können…. Für zwei Personen ein Unterfangen, das gut geplant sein muss. Neugierig beäugen uns die Crews der Nachbarboote, als Sven zum Land schwimmt,  um die Landleinen vorzubereiten,während Ulrike das Boot in der „Parklücke“ im Wind hält. Dann muss Sven wieder ins Boot, um den Anker zu legen und gleich darauf wieder ins Wasser, um die Landleinen zu schwimmen, während Ulrike das Boot steuert…. Wer von den beiden da mehr ins Schwitzen kommt ist eigentlich klar: Ulrike, da sie sich ja nicht im kühlen Nass erfrischen kann 😉 

Ganz schön voll

In Summe sind wir sehr zufrieden mit unserem Ankermanöver und haben u den Anleger wirklich verdient. Nebenbei bemerkt ist in Lakka ziemlich viel los, vergleicht man es mit unserem letzen Besuch Ende Oktober 2017 – da waren außer uns noch 2-3 Boote da…. Jetzt sind es gut 50.

Da wir sowieso noch den Müll wegbringen und einkaufen wollen, starten wir den Mittwoch mit einem leckeren Frühstück an Land und sind gerade rechtzeitig wieder an Bord, bevor die Ausflugskutter in die Bucht einfahren und den kleinen Ort bevölkern. 

Heute ist mehr Wind angesagt, sodass wir wieder Richtung Festland segeln und uns ein Plätzchen in Sivota (wieder mit Landleinen ankern ;-)… der letzte Platz am Stadtkai war leider schon vergeben) aussuchen. Hier ist es für Anfang August erstaunlich ruhig und die Bucht bleibt auch am Abend relativ leer. 

Am Donnerstag wollen wir den Morgen ebenso wie am Vortag beginnen, was im Grunde auch wieder genauso klappt: Beiboot klar machen, anlegen, Müll wegbringen, frühstücken, „shoppen“ und….mit dem Beiboot NICHT einfach  wieder zurück zum Boot fahren, denn direkt nach dem Start zerlegt es das Innere des Propellers und wir müssen den ganzen Weg zurück rudern. Waren wir letzte Woche noch etwas sauer, dass der Ersatzpropeller im Marinaladen eigentlich total überteuert war, sind wir jetzt froh, ihn gekauft zu haben. Sven baut ihn auch gleich ein und der Segeltag kann beginnen. 

Letztlich wird es ein Motortag, dafür entschädigt uns jedoch das Ziel: Plataria, einer unserer Lieblingshäfen auf dem Weg nach Korfu. 

Hier liegt man direkt an den Tavernen an der Uferpromenade, der riesige Strand ist auch ganz nah und am Abend gibt es ein leckeres Essen. urlaubstag pur…

Im schattigen Café mit Blick auf das Boot

Da wir unser Boot noch nicht richtig putzen konnten, starten wir den Freitag mit einem Bootsputz, bei dem noch Berge schwarzen  Staubs vom Sandstrahlen aus allen Ritzen des Decks kommen…. Das war wirklich mal notwendig. Dann bringt uns der Wind fast auf einem Bug nach Korfu. 

Für Samstag ist eine Gewitterfront gemeldet, die wir hinter der Stadt in einer uns gut geschützen Bucht abwettern wollen; doch heute ziehen wir es vor, vor der Burg zu ankern, was erst nach dem dritten Anlauf gelingt, da wir im Licht des frühen Abends die wenigen Sandflecken fast nicht ausmachen können. 

Immer ein schönes Panorama

Am Samstagvormittag verholen wir uns früh in die Bucht hinter dem neuen Hafen, nutzen den Vormittag zu einem kurzen Landgang und warten dann mit Ausblick auf drei Kreuzfahrtschiffe ( sie erscheinen uns als guter Wellen-und Windschutz) auf das Unwetter. Die griechische Wetterwarnapp funktioniert übrigens wieder mal prima auf allen mobilen Endgeräten …

Auch von Norden bietet Korfu eine schöne Kulisse

Nach drei Stunden ist der Spuk dann so gut wie vorüber, doch leider hat sich an unserem Ankerplatz eine üble Dünung aufgebaut und der Wind aus Nordost – entgegen der Vorhersage nimmt stetig zu.

Die Sonne kehrt aber schon zurück

Das ist uns dann doch zu ungemütlich und wir begeben uns flugs wieder zu unserem alten Ankerplatz vor der Burg, wo wir auch den Sonntag verbringen und einen Ruhetag einlegen. 

Naja beinahe Ruhetag – das Dinghibrett war angebrochen – und musste geschient werden

Diesmal vergessen wir beim Landgang den Dinghianker nicht, was auch gut ist, da sich bei unserer Rückkehr aus der Stadt herausstellt, dass das Taxiboot in Ermangelung eigener ausreichend langer Leinen kurzerhand an unserer Leine festgemacht hat und unser Anker nun auch dieses Boot halten muss. 

„Kannst du mal ein Selfie von mir machen?“ 🙂

Die Planung unserer Ausreise nach Albanien nimmt am Montagmorgen erste Form an. Wir haben eine Agentur in Saranda kontaktiert und nun die erste Rückantwort erhalten.  Soweit ist für die Einreise nun alles klar, bleibt das Ausklarieren in Korfu… Hier werden wir uns am Mittwoch zur Portpolice begeben, da vorab im Netz verlässliche Infos nur schwer zu haben sind. 

Die Ruhe vor dem nächsten Starkwind

Den Montagnachmittag schippern wir an der Küste nördlich Korfu-Stadt entlang, auf der Suche nach einer Bucht, die uns Schutz vor dem angesagten stärkeren Nordwestwind bietet. Doch die meisten Buchten sind bis fast zum Ufer hin zu tief, sodass es nur wenige Möglichkeiten gibt. Schon freuen wir uns, endlich eine Anlegemöglichkeit an einer Mooringboje gefunden zu haben, als uns der Restaurantbesitzer erklärt, dass er schon auf zwei Boote warte. Also legen wir nur einen kurzen Schwimmstopp ein und machen uns mit einer leichten Brise aus Süd wieder auf den Rückweg.

Die Taverne zu den Bojen

Den Plan in einer entlegenen Bucht am Festland direkt an der griechisch-albanischen Grenze zu übernachten, verwerfen wir wieder, als wir bemerken, dass sich unsere Mobilgeräte schon ins albanische Netz eingewählt haben. Da wir noch einige Telefonate und Mails zu erledigen haben, um unsere Ausreise aus Griechenland zu organisieren, wäre dies ohne griechisches Netz schon recht sportlich. 

Die Segel bringen uns auch recht flott wieder zurück nach Korfu, wo wir uns einen Ankerplatz in einer kleinen  Bucht vor der Einfahrt zur Gouvia-Matina suchen. 

Blick auf den Mastenwald der Marina

Etwas ungünstig ist die Versorgungslage in der neuen Ankerbucht. So müssen wir auf die Bootsvorräte aufbrauchen…. Deshalb wollen wir am Dienstag auch wieder zurück nach Korfu-Stadt, allerdings erst am Abend, wenn der Starkwind, der mit Böen bis zu 30kn in die Bucht rauscht, sich gelegt hat. Aber wie das beim Segeln so ist…. Gegen 14 Uhr müssen wir leider feststellen, dass unser Anker nicht mehr richtig hält.  Somit wird der Plan direkt geändert, die Genua noch am Ankerplatz ausgerollt (aber nur im 3.Reff) und wir rauschen kroatisch-raumschots bei 30-38 Knoten Wind an der Burg vorbei in die Garitsas Bucht, legen den Anker bei ordentlich Wind fast an der gleichen Stelle wie zwei Tage zuvor ab und halten Ankerwache, denn auch hier böt es kräftig über die Stadt hinweg.

Korfu 7 Bft – die Frisur hält
Der Zipfel Genua reicht für 5,5 Kn Fahrt

Dass es sinnvoll ist, bei einer solchen Wetterlage an Bord zu bleiben erleben wir fast hautnah, als nach einer Weile ein herrenloses Boot, dessen Anker sich losgerissen hat, an unserem Nachbarboot „anlandet“. Die Segler reagieren jedoch sehr umsichtig und nehmen das Boot längsseits….Glück für die Eigner des herrenlosen Bootes. 

Also halten wir weiter Ankerwache und vertreiben uns die Zeit mit dem Verfassen des Blogs, ….





Mittwoch 9.8. bis Mittwoch 16.8. Erkundungstour nach Albanien

Endlich haben sich Gewitter und Starkwind verzogen und für die kommende Woche ist stabiles Sommerwetter gemeldet, sodass wir am Mittwoch unsere geplante Stippvisite nach Albanien in Angriff nehmen können. Da die albanische Küste eine Luvküste mit sehr wenigen sichereren Rückzugsmöglichkeiten ist, die Ankerplätze sehr widersprüchlich dokumentiert sind und uns zudem völlig unbekannt, fühlen wir uns so deutlich wohler. Zum Einklarieren in Albanien haben wir schon per Mail mit einer Agentur (Saranda Summer Tours) in Saranda Kontakt aufgenommen, bleibt am Mittwochmorgen „nur“ noch das Ausklarieren in Griechenland …. Unsere Recherchen in den einschlägigen Foren haben ergeben, dass wir zunächst zum Hafenamt müssen, also ankern wir wieder an dem uns wohlbekannten Platz hinter dem Hafen, fahren mit dem Beiboot an Land und laufen die 1,1 km zum Hafen….

Dieser Schlepper arbeitet in einer Werft auf dem Weg zum Hafen
Dieser schöne Schlepper arbeitet in einer Werft auf dem Weg zum Hafen

Im Hafenamt angekommen füllt die nette Dame nach einer kurzen Wartezeit zwei Formulare aus und erklärt uns, dass wir damit zum Zoll (ca. 500 m am anderen Ende des Hafens) müssten. Auch dort dürfen wir nach einer kleinen Wartezeit (die wir zum Getränkekauf nutzen) unsere Ausweise noch einmal vorzeigen und werden dann in ein Büro geschickt, dessen Besitzer und beharrlich nach unserem Transitlog fragt. Da wir kein Transitlog haben und als EU-Boot auch keines brauchen, schaut er nach geraumer Zeit doch auf unsere beiden Zettel, stellt fest, dass wir eine deutsche Flagge haben und schickt uns gelangweilt wieder weg zum Hafenamt. Die Dame im Hafenamt (500m Fußweg) kopiert unsere Zettel, überreicht uns ein Exemplar und legt die Kopie zu einem großen Stapel in die Ablage… Es wäre ja auch zu schön, wenn man mit dem Boot so einfach wie mit dem Auto nach Albanien einreisen könnte…. Der Wind beschert uns einen schönen Segeltag uns bringt uns fast auf einem Bug nach Saranda. Als wir die Grenze passiert haben, setzt Sven vorschriftsmäßig die albanische Gastlandflagge und die gelbe Q-Flagge zum Einklarieren.

Anfahrt auf Saranda

Kurz vor dem Hafen funken wir auf Kanal 11 den Hafenmeister an, der uns das o.K. gibt, im weitläufigen Hafenbecken vor Anker zu gehen. In dieses Gespräch hat sich auch schon unsere Agentin Jelja eingeschaltet, die uns auf Kanal 10 dann nähere Infos zum weiteren Procedere gibt. Als wir mit dem Beiboot am rosa Hafengebäude anlanden, werden wir freundlich begrüßt und an der langen Warteschlange am Einreiseschalter vorbeigewunken und treffen im Gebäude kurze Zeit später auf Jelja, die sämtliche Formalitäten für/mit uns erledigt. Kurios ist, dass es wohl Usus ist, dass die ankernden Yachten immer mit dem Beiboot am Zollgebäude anlanden, wenn sie einkaufen, die Stadt besichtigen, …. wollen und dann munter an allen Kontrollen und Ordnern vorbeispazieren… Ein kurzes „Wir wolllen zu unserem Boot“ genügt als Erklärung und nachdem man ein paar mal durch die Hallen gestiefelt ist, wird man meist auch schon erkannt.

Vor Anker in der Bucht von Saranda

Den Abend nutzen wir zu einer ersten Erkundung des sehr quirligen Urlaubsortes und kommen bei einem leckeren Abendessen in einem von Bananenstauden gesäumte Restaurant erstmal richtig an.

Das erste Albanische Bier – Prost!

Als wir dann schon recht müde wieder an unserem Boot ankommen, sind wir zunächst etwas ob unsere Nachtruhe besorgt, denn die großen Ausflugskutter haben zur Partyrunde abgelegt, der Rummelplatz macht sich akustisch bemerkbar und aus den Clubs und Strandbars tönt es laut herüber. Doch mit Glockenschlag Mitternacht verstummt der Lärm plötzlich.

Die Kirche mit Kirchturm
und die Moschee mit Minarett

Den Donnerstag nutzen wir zur Besichtigung der beiden Museen und der Kunstgalerie, in der Werke des Künstlers Jsononi ausgestellt sind, die uns wegen ihrer kleinen markanten Details sehr gut gefallen. Die orthodoxe Kirche und Moschee sind leider nur von Außen zu besichtigen.

Reste einer Synagoge
Reste aus neuerer Zeit
Eines der Kunstwerke

Am Freitagmorgen heißt es dann „Auf zu neuen Ufern“. Eigentlich soll die Kakoma Bucht nur unser erster Zwischenstopp werden, um kurz zu schwimmen und das nahegelegen Kloster zu erkunden.

Das Kloster aus der Ferne

Wir werfen unseren Anker in der malerischen Bucht in der Nähe eines schon ankernden Bootes, haben aber keine Windabdeckung und die Dünung läuft auch direkt in die Bucht hinein, sodass Silva wie ein Schaukelpferd in den Wellen reitet. So können wir das Boot nicht alleine lassen, also findet die Erkundung des Klosters aus der Ferne statt. Dennoch haben wir eine schöne Zeit, genießen die Atmosphäre und immer mal wieder schauen ein paar kleine Ausflugsboote vorbei. Kurz nach Mittag ist die Idylle schlagartig vorüber, denn innerhalb einer Viertelstunde laufen sieben große Ausflugskutter in die Bucht ein ankern sich um uns herum und die Party beginnt. Fasziniert schauen wir dem Treiben zu, das nach etwa einer Stunde genauso schlagartig wieder vorbei ist. Die Kutter hupen mehrmals, sammeln ihre Fracht wieder ein und ziehen von dannen…. Und dann ist die Bucht wieder so „einsam“ wie zuvor. Da der Wind sich gelegt hat und unsere Nachbarn auch bleiben, beschließen wir, unsere Tagesetappe auch hier zu beenden. Was wir nicht bedacht haben, ist die Tatsache, dass wohl jede kleinste Welle, die sich irgendwo in der Adria und im nördlichen ionischen Meer bildet in der Kakoma Bay ihr Ziel hat. So fühlt es sich jedenfalls an, als wir den Rest des Tages und der Nacht im Schwell rollend unsere Einrichtung neu sortieren müssen. Auf der familieninternen Scilla-Skala hätte dieser Liegeplatz mindestens 9 von 10 Punkten verdient. Unangenehmes Schaukeln alleine wäre ja nicht so schlimm, wenn nicht auch noch die Sorge um den Halt des Ankers hinzu käme, denn mittlerweile haben wir uns um 180Grad gedreht. Also verbringen wir die Nacht damit, alle 15 Minuten, wenn der Wecker klingelt abwechselnd die Position zu überprüfen. Dass unsere Sorge nicht unberechtigt war, bestätigt sich kurz nach 4 Uhr, als wir mit jeder Böe des einsetzenden Landwinds ein Stück weiter rutschen…. Also legen wir im Stockfinstern den Anker, der tatsächlich von seiner eigenen Kette herausgerissen wurde….jedenfalls hat er sich zu unserem Leidwesen auch noch mit der Kette verhakt… neu. Nach dieser unruhigen Nacht freuen wir uns schon auf den augenscheinlich einzigen „richtigen Anleger“ unserer Stippvisite, wenn man einen alten Militäranleger als solchen bezeichnen kann. Jedenfalls scheint Porto Palermo recht gut geschützt zu sein und die Ali Pasha-Festung auf einer kleinen Insel inmitten der Bucht wirkt bei der Ansteuerung schon sehr imposant.

Der markante Fels vor der Bucht von Porto Palermo

und die Festung in der Bucht

Bezüglich des Anlegens/Ankerns widersprechen sich die Informationen in Navionics und Navily, den gängigen digitalen Quellen, teilweise und unser extra angeschafftes Hafenhandbuch bietet keinerlei Detailinfos oder Kartenausschnitte. Als wir den Anleger erreichen, sind erst wenige Plätze belegt, u.a. können wir eine Segelyacht ausmachen, die wir gerne wegen der schwierigen Bedingungen (die Mole ist auf Betonstelzen errichtet und die durchgehende Mauer beginnt erst auf unserer Freibordhöhe) um Rat fragen, bzw. an der wir evtl. kurz längsseits gehen möchten, um das Anlegen vorzubereiten. Doch auf unsere Ansprache reagiert der Segler leider nicht, hängt vielmehr seine beiden Fender ab, die bislang an seiner Backboardseite hingen…. Schade! Die Crew einer daneben liegenden Motoryacht wird auf uns aufmerksam und bietet direkt ihre Hilfe an, bzw. sucht mit uns nach einem geeigneten Liegeplatz am Molenkopf und hilft uns beim Anlegen. Zunächst sind wir froh, einen Platz gefunden zu haben, wegen der vielen vorbereiteten Leinen, die wir auf den Anleger gesehen haben, versichern wir uns nochmal, ob dieser Platz o.K. sei. während wir uns noch über unseren Platz freuen, fragen wir uns aber auch schon, wie wir hier wieder wegkommen sollen, sollte der Wind, der uns genau auf die Hafenmauer drückt nicht nachlassen, denn der Molenkopf ist deutlich kürzer als das Boot. Nach und nach trudeln die Besitzer der Leinen ein, ausnahmslos Motoryachten, die sich hier für die Sommersaison häuslich eingerichtet haben und teilweise als Ausflugsboote fungieren.

Jeder Fender wird benötigt
Der Kai ist fast auf Baumhöhe

Auch unser Platz ist wohl üblicherweise von einer Yacht belegt, sodass wir schon fürchten, wieder ablegen zu müssen. Der „Eigner“ betont zwar, dass es immer sehr schwierig sei, allen Yachten einen Platz zu verschaffen und Boote, die nur für eine Nacht blieben ziemlich nervig wären, da sie zusätzlichen Stress verursachten, macht aber keine Anstalten, uns wegzuschicken. Etwas angespannt warten wir, bis am Abend auch wirklich die letzte Yacht vertäut ist, bevor wir an Land gehen/ respektive klettern. An Ankern wäre in dieser Bucht nicht zu denken, da außer im Scheitel der Bucht, wo bereits viele kleine Ausflugsboote liegen, die Wassertiefe mindestens 15 m beträgt. Im Restaurant oberhalb der Küstenstraße lassen wir den Abend ausklingen. Schon früh am Sonntagmorgen spazieren wir zur Burg und kommen zufällig genau zur angegebenen Öffnungszeit an. Schon kurze Zeit später knattert der Ticketverkäufer auf seinem kleinen Motorrad (stolz erklärt er, die Maschine sei von 1990) heran und öffnet das schwere Vorhängeschloss am massiven Burg. So zumindest der Plan, denn das Vorhängeschloss lässt sich nicht öffnen. Mit einem kurzen „two minutes“ knattert der Burgwächter wieder von dannen und wir richten uns schon mal auf eine längere Wartezeit ein. Doch schon nach 10 Minuten knattert das kleine Motorrad den Hügel wieder hinauf, diesmal ist ein Meißel und ein Fäustel im Gepäck und nach etwa einer Minute ist das Tor offen. Die Festung ist beeindruckend und wir erkunden von der Küche bis zum Verließ fast alle Ecken.

Die Wachsoldaten waren wohl kleiner
ungefähr so 😉

Da sich der Wind ganz gelegt hat, ist auch das Ablegen am Molenkopf kein Problem und wir fahren unserem Wendepunkt der kleinen Albanientour, Himara, entgegen. Die Buchten hier sind völlig ungeschützt, weswegen man nur bei völlig ruhigem Wetter bleiben kann…. Aber das haben wir ja. Das Wasser ist türkisblau und oberhalb des Badeortes liegt die Altstadt auf einem Hügel…. Urlaub pur… Und auch die Motorboote fahren erstaunlich gesittet. Grund hierfür ist wohl die ständige Präsenz des Hafenpolizisten, der auf seinem Jetski (die gesamte albanische Küstenwache ist mit Jetskis ausgerüstet) seine Runden durch die Bucht dreht.

Die Altstadt hoch über dem Hafenort

Auch bei uns schaut er kurz vorbei. Da wir noch ein Mittagessen brauchen und immer noch ein wenig Hoffnung haben, in Himara ausklarieren und dann direkt nach Erikoussa fahren zu können, macht sich Ulrike mit dem Schwimmrucksack auf den Weg.

Unser Versorger

Die Nachfrage bezüglich des Ausklarierens bei der Policia Kufitare erweist sich wegen der mangelhaften Englischkenntnisse des sehr freundlichen Beamten und Ulrikes desaströsen (nicht vorhandenen) Albanischkenntnisse als äußerst schwierig. Wir interpretieren den Ausgang des Gesprächs als ein Nein….Zumindest in Punkto Essen sind wir erfolgreicher. Nachdem wir uns am Montagmorgen in einem Café mit einem leckeren Frühstück (Crêpes) gestärkt haben, nehmen wir unsere Bergtour hinauf zur Burg in Angriff; der Routenplaner sagt 41 Minuten Weg voraus. Allerdings verschweigt er, dass dieser Weg bei 30 Grad im Schatten, mit gefühlten 30 Prozent Steigung an der viel befahrenen Küstenstraße zurückgelegt werden muss (immerhin gibt es einen durchgehenden Fußweg und die Strecke ist beeindruckend, da sie an einer tiefen Schlucht entlang führt). Doch die Anstrengung hat sich wirklich gelohnt, da die Altstadt in einer Burg mit vielen kleinen verwinkelten Gässchen auch noch eine phänomenale Aussicht bietet.

Ulrike ist etwas „geschafft“

Um uns vom Aufstieg zu erholen (Ulrike fühlt sich wie nach der Besteigung eines Dreitausenders) finden wir zum Glück ein kleines Café.

Die Reste einer Ölmühle

Dann steht auch schon wieder der Weg nach Saranda zum Ausklarieren an. Nachdem wir noch ein paar Besorgungen gemacht haben und mit Jelias Hilfe ausklariert haben, verabschieden wir uns am Dienstag von Albanien und machen uns wieder auf den Weg in wohlbekannte Gewässer.

In Mitten der Hotelburgen gibt es auch noch ein paar alte Hafengebäude
sowie ein Meerwasser-Schwimmbad – mit Schwimmtrainer (mittig auf dem Vorsprung)

Mit gutem Segelwind kommen wir am Dienstagabend auch in Korfu an, da es uns beiden aber nicht gut geht (wir müssen irgendetwas Falsches gegessen haben), verschieben wir das Einklarieren auf morgen. Die erste Anweisung, die wir am Mittwochmorgen von der Dame im Hafenamt erhalten, ist die Zahlung der „Einreisegebühr“. Nachdem wir dies erledigt haben und wieder zwei Zettel ausgefüllt wurden, haben wir nach etwa 15 Minuten die Formalitäten erledigt und etwa einen Kilometer Fußweg gespart, da wir diesmal nicht zum Zoll geschickt werden. Ulrike ist immer noch krank, weswegen Sven am Mittwoch alleine segeln muss. Lediglich beim Segelsetzen, Segelbergen und Anlegen hat er ein wenig Hilfe. Ziel des heutigen Tages ist unser Lieblingshafen in diesem Revier: Plataria! Hier gibt es alles, was das Seglerherz begehrt: ausreichend viele Liegeplätze, Strom und Wasser, das Café direkt hinter dem Boot, einen Wäscheservice, einen Supermarkt und für heute auch eine Apotheke, dank derer Ulrike auch schnell wieder fit wird.

Donnerstag, 17. August bis Donnerstag 24. August: Erikoussa …. Immer eine Reise wert

Nachdem wir tagsüber das Boot wieder einmal gründlich von seiner Salzkruste befreit haben, die Wäsche gewaschen ist und die Vorräte und Tanks aufgefüllt sind, haben wir den Rest des Donnerstages Urlaub und gönnen uns zur Belohnung ein leckeres Abendessen in einer der Strandtavernen. Der Freitag startet vielversprechend mit einer guten Portion Wind, der jedoch am Ende der großen Bucht von Plataria seinen Mittagsschlaf beginnt, sodass wir von Windfeld zu Windfeld motoren müssen. Am Nachmittag bessert sich die Situation wieder ein wenig und wir erreichen Korfu dann doch noch unter Segeln. Auf nach Erikoussa….das wäre der Plan für Samstag gewesen, wenn da nicht der Wind ein Wörtchen mitzureden hätte. Zunächst kommen wir super voran, Silva läuft mit ihrem neuen Rigg und Rumpf wieder zur Höchstform und wir sehen uns schon früh an unserem Tagesziel ankommen. Doch in der nördlichen Durchfahrt zwischen Korfu und Albanien frischt es heftig auf. Eine Weile halten wir uns bei mittlerweile 7 Bft. tapfer am Wind , geben dann aber auf, als wir sehen, dass Wind und Wellen auch nach der Durchfahrt nicht nachlassen. Nach etwa einer halben Stunde versuchen wir unser Glück erneut, müssen aber feststellen, dass der Wind noch etwas zugelegt hat und nun schon viel früher beidrehen. Augenscheinlich sind wir mit unserem Vorhaben nicht alleine gewesen und nun auch nicht alleine auf der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz. Nur wenige der kleinen malerischen Buchten sind wegen der großen Wassertiefen überhaupt zum Ankern geeignet und bieten meist nur ein bis zwei Booten Platz. Nachdem wir fast zwei Stunden vergeblich gesucht haben, entscheiden wir und für einen Ankerplatz auf etwa 8 m Tiefe vor einem Kap in direkter Nachbarschaft zur Bucht Agios Stefanos.

Die Villa oberhalb unserer Sandbank

In Summe sind wir etwas frustriert, haben wir doch nach 24 gefahrenen Meilen nur 8,5 Meilen Streckengewinn gemacht und so gar nicht unser geplantes Ziel erreicht. Entschädigt werden wir durch das kristallklare Wasser und die schöne Aussicht. Sobald sich der erste ernstzunehmende Lufthauch am Sonntag meldet, gehen wir Anker auf und schaffen es diesmal tatsächlich nach Erikoussa. Hier finden wir einen schönen Platz zwischen den vielen, meist italienischen Yachten, die die kleine Insel als willkommenen Zwischenstopp auf ihrem Heimweg nach Italien nutzen.

Am Ankerplatz angekommen

Auch den Montag verbringen wir auf der kleinen Insel, die zu Fuß schnell erkundet ist.

Eines der vielen hübschen Häuschen auf Erikoussa
🙂
Bis zur Windmühle schaffen wir es auch noch
Bizarre Sandsteinformation am Strand

Mit einem guten nord-nordöstlichen Wind treten wir am Dienstag den Rückweg nach Korfu an, denn am Mittwoch kommt Ulrikes Schwester für eine Woche zu Besuch. Diesmal schaffen wir die gesamte Strecke an einem Tag und fallen am Abend zufrieden in unsere Betten, nachdem wir (strategisch günstig bezüglich des Supermarktes) wieder einmal hinter dem Hafen geankert haben. Mit den ersten Sonnenstrahlen machen wir uns am Mittwoch auf den Weg zum Supermarkt, um die Vorräte noch einmal zu komplettieren. Den Rest des Tages verbringen wir mit einem Badestopp vor dem kleinen Inselchen nördlich des Hafens und begeben uns am Nachmittag wieder auf den nun fast schon angestammten Ankerplatz vor der Burg.

Auch hier gibt es ein paar Sandkörner, die der Erosion trotzen

Von hier aus kann man den Flughafen bequem in etwa 15 Minuten zu Fuß erreichen. Die Wartezeit bis zur Ankunft des Flugzeugs verkürzen wir uns mit einem Spaziergang durch den nahegelegenen Park „Mon Repos“, dem leider Svens FlipFlops nicht gewachsen sind.

Die Villa mitten im Park

Eine Passantin erklärt uns den Weg zum nächsten Supermarkt, der leider keine FlipFlops, dafür aber kühle Getränke im Sortiment hat. Nach einer kleinen Barfußwanderung erreichen wir wieder das Zentrum von …. Und haben tatsächlich Glück: FlipFlops in Größe 46 sind gewöhnlich nicht leicht zu finden…. Nach dem Willkommensessen an der Uferpromenade fahren wir mit drei Personen plus Gepäck zu unserem Boot zurück, ein spannendes Unterfangen, das dank spiegelglatter See machbar ist. Ab Donnerstag hat sich der Wind vollständig verabschiedet. Die drückende Hitze liegt wie eine Dunstglocke über uns und wir können unser Ziel, Sivota, das man gewöhnlich von Korfu leicht auf Sicht ansteuern kann, erst ganz spät ausmachen. Gutes Timing macht sich heute bezahlt, da wir gerade als die Ausflugskutter ablegen in den Hafen einlaufen und so ein schönes Plätzchen am Stadtkai ergattern. Nach einem kurzen Gewitterschauer verabschiedet sich auch die drückende Hitze etwas, sodass wir den Abend noch schön ausklingen lassen können.

Kunsthandwerkermarkt in Syvota
Über den Dächern braut sich ein lokales Gewitter zusammen

Freitag 25. August bis Mittwoch 30. August – Abschiedsrunde um Korfu und Heimflug

Am Freitag haben wir nur einen kurzen Weg vor uns, da wir nur bis Parga wollen. Tatsächlich können wir auch ein kleines Stück des Weges segeln, als wir aber in der Mittagshitze nur noch dümpeln, muss der Dieselwind herhalten.

Der Ankerplatz in der Abendsonne

Parga zeigt sich wieder von seiner besten Seite: Der Taxibootservice ist in Betrieb, sodass wir das Dinghi nicht bemühen müssen, die Burg bietet atemberaubende Ausblicke und auch in unserem Lieblingsrestaurant bekommen wir mit ein wenig Wartezeit einen Platz (die Crew vom Nachbarboot wartet auch schon).

Das Kirchen – Inselchen vor der Stadt

Länger als eigentlich geplant bleiben wir am Abend in Parga und nehmen das vorletzte Taxi zu unserem Boot zurück (erstaunlich, wie sich der Kapitän des Taxibootes merken kann, welches Boot er anfahren muss)

Auf der Burg hoch über Parga
kurze Verschnaufpause

Nachdem Ulrikes Schwester schon von Sivota und Parga begeistert war, wollen wir am Samstag unser Glück auf Paxos versuchen. Im August ist hier nur selten ein Liegeplatz am Stadtkai von Gaios zu bekommen, sodass wir – obwohl wir recht früh dran sind schon fast den erstbesten Platz noch weit vor der Stadt nehmen wollen. Da aber außer uns kein anderes Boot in den Kanal zwischen Stadt und Insel eingelaufen ist, beschließen wir, erst mal einen Blick auf die Stadt zu werfen und stellen fest, dass direkt in der Nähe des Hauptplatzes gähnende Leere herrscht. Es muss wohl auch am Wechseltag liegen, denn der Hafen füllt sich nur sehr zögerlich. Ein kleiner Stadtrundgang und der Besuch des kleinen Museums an der Uferpromenade runden den Samstag ab.

Auch sie genießt die Ruhe
Er will uns am Abend besuchen

Eine kleine Attraktion ist wie immer die Katzenversammlung vor dem Fischgeschäft, die trotz des Sonntags in der Frühe stattfindet. Nachdem auch wir gefrühstückt haben, wollen wir nur noch einmal kurz an der Uferpromenade bis zur Ausfahrt schlendern…. Und stellen fest, dass sich der kurze Spaziergang gelohnt hat. Am Denkmal an der südlichen Hafenausfahrt hat sich eine Menschenmenge versammelt und die Bucht ist voller kleiner Motorboote. Einem Plakat können wir entnehmen, dass hier wohl gleich der Startschuss für das alljährliche „Open Water Swimrace“ von Paxos nach Antipaxos fällt. Kurz darauf beginnen auch die Vorbereitungen und nach einer kurzweiligen Rede mit einigen Anekdoten starten die Schwimmer unter dem Motto „Dabeisein ist alles“ ins kühle Nass. Bemerkenswert auch die Anweisungen zur Strecke: „Behaltet zunächst die Insel zu Eurer Rechten und das Begleitboot zur Linken. Am Inselende haltet auf Antipaxos zu uns schwimmt immer geradeaus“

Renovierungsstau in Gaios – schade …

Noch immer fast ohne Wind machen wir uns am Mittag auf den Weg nach Plataria – nun schon zum dritten Mal in diesem Urlaub, aber Plataria ist immer eine Reise wert.

Unterwegs gibt es Zuwachs bei den Findelfendern (der kleine)

Letztlich können wir doch noch einen Teil der Strecke segeln und kommen entsprechend spät in Plataria an, um festzustellen, dass die Liegeplätze heute fast vollständig von zwei Sailing-Holiday-Flotten belegt sind. Hier ist wohl der Sonntag Wechseltag, denn nach und nach werden sie Boote von ihren neuen Gästen bezogen und es herrscht reges Kommen und Gehen am Kai.

Links von uns …
… und auch rechts – alles voller „Sailingholidays“

Obwohl wir nur noch drei Tage bleiben, machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt, um die haltbaren Vorräte und Getränke aufzufüllen. Die Jungs kommen in zwei Wochen und übernehmen das Boot in Korfu – dort ist der Weg von der Marina zum Supermarkt wesentlich weiter und unbequemer und hier können wir sogar den Einkaufswagen mit bis zum Boot nehmen 🙂

in unserem Lieblings – Café

Zum krönenden Abschluss des Tages reservieren wir wieder einen Tisch in der neu entdeckten Pizzeria am Strand….

An unserem letzten Segeltag haben wir endlich mal wieder ausreichend Wind und können den langen Schlag nach Korfu ganz unter Segeln zurücklegen. Auch die Sailingholidays legen ab, sodass die große Bucht bald voller Segler ist – ein schöner Anblick….

Beilieger vor der berühmtesten Sehenswürdigkeit Korfus

Die Nacht von Montag auf Dienstag verbringen wir noch einmal an unserem angestammten Ankerplatz hinter dem Hafen, um dann am Dienstag sehr zeitig im die Mandraki- Marina einzulaufen. Schließlich haben wir noch viel vor: Das Boot muss gut vertäut werden, die Wäsche gewaschen werden, das Motor- und Getriebeöl gewechselt werden und schließlich alles noch einmal grundgereinigt werden.

direkt über der Einfahrt zur Marina beginnt die Altstadt

Unser Liegeplatz ist an der Außenmole, wo wir wegen des schnell ansteigenden Grundes mit dem Bug voraus anlegen. Leider zeigt der Tiefenmesser nur 1,90m an, was auch mit gutem Willen recht knapp für eine längere Liegezeit ist. Um sicher zu gehen taucht Sven das Boot ab. Zwar haben wir noch etwa einen halben Meter Wasser unter dem Kiel, wollen das Boot aber, wenn wir abfahren noch weiter vom Kai weglegen.

besagte Außenmole
und das extra lange Brett

Doch zunächst widmen wir uns am Dienstag den Wartungsarbeiten und verbringen den letzten Urlaubsabend in Korfus Altstadt.

In der Burg beim Abendspaziergang

Während Sven am Mittwochmorgen weitere Arbeiten am Boot erledigt, machen sich die Mädels auf den Weg zur Wäscherei. Hier herrscht schon am frühen Morgen reges Treiben, was einerseits längere Wartezeiten nach sich zieht, aber auch interessant ist, da wir uns mit den anderen Wartenden unterhalten können.

Fahrzeugpapiere und Führerschein bitte …

Gegen 16 Uhr ist alles gepackt und geputzt – jetzt muss nur noch das Boot verlegt werden, was auch problemlos funktioniert … bleibt nur noch die Frage, wie wir an Land kommen sollen. Plan A (Sven schwimmt) und Plan B (wir nutzen das kleine Plastikbeiboot der Werft) können wir zugunsten von Plan C verwerfen: Wir steigen über die zwei Nachbarboote (das übernächste Boot hat eine Gangway zum Kai) aus.

Ein letzter Blick auf das Boot

Den Weg zum Flughafen legen wir zu Fuß zurück (laut Routenplaner nur 30 Minuten), auch mit dem Ziel, unterwegs noch etwas zu essen. Doch auf dem Weg findet sich nicht die passende Gelegenheit, sodass wir zunächst das Gepäck aufgeben und dann weiter auf die Suche gehen wollen… weit gefehlt… die auf dem Flughafen angebotenen Snacks sind überteuert und entsprechen gar nicht unseren Vorstellungen. Doch nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle bleibt uns nichts anderes übrig…. Wie gut, dass Jakob, der uns nach unserer (etwa eine Stunde verspäteter) Ankunft in Karlsruhe abholt, an Verpflegung für uns gedacht hat.