2022

April 2022: Endlich mal wieder an Ostern nach Griechenland

Zum einen gab es endlich mal wieder 2 Wochen Osterferien für Ulrike und zum anderen ließen die aktuellen Corona-Einschränkungen eine Reise nach Griechenland wieder möglich werden. So reisten wir zum „Arbeitseinsatz“ zum Boot. Beinahe wäre schon der Start in der Pfalz missglückt, da ein sehr später Wintereinbruch mit viel Schnee zu einigen Autobahn- und Straßensperrungen führte. Wir kamen vor dem Winterchaos noch rechtzeitig weg und auch gut durch. Es blieb sogar noch genügend Zeit, um kurz vor Ancona einen Abstecher nach Ravenna zur Kathedrale „St. Apollinaris“ (wirklich – wie das Mineralwasser) zu machen.

Ulrike begrüßt die Bronze-Wasserbüffel vor der Kathedrale

Die Portalseite

und die „Rückseite“ mit der Apsis

In Ancona hatten wir nach dem Einchecken auch noch genügend Zeit, um endlich mal den historischen Stadtkern hoch oben über dem Hafen zu besuchen.

Auch hier gab es eine Skulptur zum Begrüßen

Ein „stadtliches“ Ensemble

Noch höher hinauf geht es zum Leuchtturm, ganz oben auf dem „Altstadthügel“.

Der alte „Faro“ – der neue ist eher ein Zweckbau …

Nochmal der alte Baubestand aus einer anderen Perspektive

Lorbeerbäum(ch)e(n) kennt man in unseren Breiten ja nur als Zierpflanzen in einem Topf, im Mittelmeerraum kommen sie als ausgewachsene Bäume mit bis zu 20m Höhe vor und standen bereits in voller Blüte.

Lorbeerblüte

So verbrachten wir die Zeit bis zum Boarding, was relativ gut verlief, bis wir endlich Richtung Griechenland ablegen konnten.

Bei der Ausfahrt aus dem Hafen – oben im Bild nochmal der „Altstadthügel“

In Griechenland angekommen, machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Syvota (Mainland), in der Hoffnung hier schon einige geöffnete Souvenirläden vorzufinden – leider ohne Erfolg. Dafür fanden wir auf Anhieb einen hafennahen Parkplatz, der im Winter wohl als Pferdeweide dient.

Der Mitarbeiter des Grünflächenamtes bei der Arbeit

In Preveza konnten wir das Voranschreiten der Bauarbeiten am Stadtkai begutachten, hier geht es in den Endspurt.

Armierung und Versorgungsleitungen sind drin, die Schalung steht, fehlt nur noch der Beton

Die geplanten Arbeiten am Boot, vor allem das Schleifen des Unterwasserschiffes, nahmen eine völlig ungeplante Wendung. Maßgebend dafür sind 3  Erkenntnisse.

Nachdem ein Mitarbeiter der Werft unser Ruderlager gecheckt hatte, kamen wir zu dem Schluss, dass man das spätestens nach der Saison neu Lagern sollte!

Bei unserer Anfrage nach einem Rigg-Check von der Firma Waypoint wurden wir darauf hingewiesen, dass unser Rigg schlicht schon über jegliche „Garantiezeit“ hinaus sei!

Und wir beobachten ja auch schon länger die erneuten Haarrisse am Kiel!

In Anbetracht dieser „Beobachtungen“ kamen wir zum Entschluss, das Boot im Winter einer „Generalüberholung“ zu unterziehen. Dazu soll das gesamte alte Antifouling mittels Sandstrahlung entfernt werden, der Mast gelegt und die Wanten etc. erneuert werden sowie der Kiel nochmals herausgenommen, ebenfalls „saniert“ und wieder eingedichtet werden. Mit dieser Perspektive ist es schlich unnötig nun für diese Saison nochmals eine extra Schicht Antifouling aufzubringen.

So bestanden unsere wesentlichen Arbeiten aus Putzen und Polieren.

Ulrike auf dem Gerüst beim „Nachreiben“

Für das Polieren des Hecks haben wir extra ein Sonnensegel aufgebaut

Ebenso mussten noch einige andere Dinge organisiert werden, so mussten die Rettungswesten zum Check und der Lazybag zur Reparatur, beides nach Lefkas. Die direkte Verbindung von Akio über Agios Nikolaios nach Lefkas ist immer noch gesperrt, so blieb wieder nur der Umweg über Vonitsa. Die Gelegenheit nutzen wir zu einem Nachmittagskaffee in Vonitsa und konnten dort auch die Ausbauarbeiten an der Hafenmole bestaunen. Dort soll wohl auch eine Marina entstehen. Ebenso gab es ein gesunkenes Segelboot zu „bestaunen“. Gegen alle Erwartungen war das gesunkene Boot aber nicht eines der vielen dort schon seit Jahren festsitzenden „ready to sink“ Boote.

Immerhin gut gefendert

Zwischendurch bekamen wir in der Werft neue Nachbarn aus dem Saarland. Die Crew hatten wir schon bei unsere Ankunft in einem Lokal in Preveza kennen gelernt, nun wurde ihr Boot zum Servcie genau neben unserem aufgestellt. Wie klein die Welt immer mal wieder zu sein scheint.

Den (römisch katholischen) Ostersonntag nutzen wir für „echten“ Urlaub und besuchten (endlich) das Nikopolis-Museum und die Ausgrabungen selbst.

Reste der Stadtmauer und die Grundmauern einer Villa

Ein paar römische Säulen stehen noch heute

Am verregneten Ostermontag starteten wir mit dem Wagen zu einem Ausflug und kamen genau von der Ferienwohnung die 200m bis auf die Hauptstraße, bis uns ein sehr merkwürdiges Geräusch aufhorchen lies. Im nächsten Moment war auch die Batteriekontrollleuchte an und die Lenkung war sehr schwergängig. Svens direkte Diagnose: Zahnrippenriemen gerissen! Da der Wagen ja noch lief und die Kühlwasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben wird konnten wir noch einen Dacia Händler aufsuchen, der uns zu einer Werkstatt schickte, dort wiederum wurden wir zu einem Autoteilehändler gelotst, wo wir dann tatsächlich den richten Riemen kaufen konnten. Nur ließ er sich mit dem im Auto verfügbaren Werkzeug nicht montieren. Also wieder zurück zur Werkstatt, das passende Werkzeug leihen und das Ding einbauen: FERTIG! ….FAST!…. nun wollte die Batterie nicht mehr mitspielen und der Motor sprang nicht mehr an. Auch hier konnte Werkstatt mit einem mobilen Starthilfegerät das Problem lösen. Super unkompliziert! Zum Glück ging das Ding hier in Griechenland und nicht in Deutschland auf der Autobahn über den Jordan.

Der Übeltäter – besser: dessen Reste

Morgen geht es dann hoffentlich wieder am Boot weiter; die LED-Leisten der Cockpit-Beleuchtung sollen in einem LED-Kanal eingebaut werden und die Batterien müssen noch geprüft werden, bevor wird das Boot wieder „einpacken“.

Den Dienstag waren wir dann auch fast ausschließlich mit der Montage der LED-Kanäle für die Cockpit-Beleuchtung beschäftigt: Alte LED-Bänder abziehen, Klebereste entfernen, Maß nehmen für den Kanal, den Kanal für die direkte Tischbeleuchtung an die Rundung der Steuersäule anpassen, Kanäle anschrauben und zum guten Schluss die LED-Bänder in die Kanäle einsetzen und die Kabelverbindungen anlöten.

Viel Arbeit – wenig sichtbare Ergebnisse

Dennoch hatten wir auch ein wenig Zeit für einen Strandspaziergang und zur „Inspektion“ des schon seit Jahren auf der Sandbank festliegenden Schiffskrans.

Am Strand mit Blick auf das Fahrwasser Richtung Westen

Ulrike prüft die Wassertemperatur

Zwischenzeitlich konnten wir noch den Lazybag und die Rettungswesten aus der „Wartung“ in Lefkas abholen. Die Arbeitstage am Boot waren dann nicht mehr so intensiv und schon von der Planung und Umsetzung der erneut verbesserten Abdeckung geprägt. So hatten wir mal wieder ein wenig Zeit für einen Bummel über den Stadtkai in Preveza.

Die neu betonierte Fläche wird von Tag zu Tag größer

Ein schöner Regenbogen bei typischem Aprilwetter

Ein dicker Hund (Lisa)

Am Donnerstag erreichte uns eine SMS, dass unsere Fähre anstatt am Freitag um 23:15 erst am Samstag um 02:00 abfahren sollte, dazu später mehr. Die Neuerungen an der Bootsabdeckung beschränkten sich auf den bisher immer schwer ordentlich abzudeckenden Heckbereich, hier haben wir zwei weitere Holzleisten in die Konstruktion eingefügt, damit die Abdeckung quasi zu einem Walmdach wird. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die verbesserte Abdeckung am Heck

Den Freitag über nutzen wir in erster Linie unsere Wohnung nochmals „intensiv“, mussten aber auch erneut am Auto Hand anlegen, der Riemen bestand mit lautem Pfeifen darauf, nochmals nachgespannt zu werden. Was wir mit im Baumarkt extra erstandenem Werkzeug auch bewerkstelligen konnten.

Das rote Haus mit unserer Wohnung

Am Abend begann dann die spannende Phase der Heimreise. Zum Glück waren wir früh genug nach Igoumenitsa zum Einchecken gefahren, denn dort erfuhren wir dann erst, dass nicht nur die Abfahrtszeit geändert wurde, sondern auch das Schiff, somit mussten wir das obligatorische PLF nochmals anpassen. Ebenso erfuhren wir, dass wir trotz der späteren Abfahrt vor Mitternacht in das Hafengelände einfahren sollten, da dieses nur bis eben kurz nach Mitternacht geöffnet sei!

Gegen Mittag am Samstag passieren wir Palagruza

Wegen der angekündigten verspätetet Ankunft in Ancona hatten wir uns entschieden in der Nähe von Parma nochmals zu übernachten. Da die Fähre aber erst gegen 4 Uhr endlich abgelegt hatte und wir erst gegen 20 Uhr am Samstag in Ancona wieder auf der Piste waren, hätten wir das Hotel beinahe nicht mehr vor dessen Schließung um 23 Uhr erreicht. Also war die gesamte Heimreise meist ein Wettlauf gegen die Zeit und das mit einem leicht kränkelnden Auto! Teile des Kühlwassers hatten sich einen Weg aus dem Kühlkreislauf heraus gesucht und mussten alle 200km ersetzt werden …

 

Oktober 2022: endlich auch mal wieder in der Nachsaison segeln!

Nachdem die Jungs Mitte September ihren Törn beendet und Silva gut vertäut in der Marina Lefkas abgestellt haben, steht endlich mal wieder ein Herbsttörn an. In der ersten Woche ist ein „Männertörn“ von Lefkas nach Korfu geplant, dann soll nach dem Crewwechsel der Rückweg als „Honeymoon“ in umgekehrter Richtung nach Preveza erfolgen.

Samstag, 8. Oktober bis Samstag 15. Oktober: Drei Mann in einem Boot

Nach einer perfekten Anreise (vom Flughafen-Shuttle durch Hermanns Bruder über den Flug bis zum Taxitransfer) kommen Sven und seine beiden Begleiter (Hermann, ein schon routinierter Mitsegler und Marc, ein begabter Neuling) am Samstagnachmittag in der Marina Lefkada an.

Taxi Scharia (c) by SWR3

Bei strahlendem Sonnenschein präsentiert sich die Stadt von ihrer besten Seite und die Verproviantierung, der Bootsputz und anstehende Ölwechsel sind schnell erledigt.

Klar zum Entern

Die Shopping-Boys

Zur Belohnung gibt es dann noch eine leckere Gyrosplatte und mit einem kurzen Stadtrundgang endet der erste Urlaubstag.

Marc muss als erster ran

Mit wenig Wind und viel Geduld segelt die Crew am Sonntag nach Preveza (drei Stunden Segelzeit!!), um einen ersten Zwischenstopp einzulegen. Auch hier steht wieder ein kurzer Stadtrundgang an und der Abend klingt in Tassos‘ „Mermaid“ bei einem gewohnt guten Essen aus.

Beim Afterglow in Preveza

Auch die nächsten beiden Tage sind wetter- und windtechnisch nicht viel besser.

Nun ist Hermann an der Reihe

Während am Montag noch ein Großteil der Strecke bis zur „Fanari Bay“ bei halbwegs gutem Wetter segelnd zurückgelegt werden kann, verschlechtert sich die Situation am Dienstag zunehmend.

Abends ist noch Badewetter

In die Bucht steht in der Nacht ein unangenehmer Schwell, doch den Anker aufzuholen und weiter zu segeln ist wegen des Sturmes und der immer wieder aufziehenden Regenschauer und Gewitter auch keine Option. Von „draußen“ kommen noch einige Boote an, um in der nach Süden noch relativ gut geschützten Bucht abzuwettern.

Die Leidensgenossen

Als am Abend endlich der Himmel aufreißt, unternehmen Sven, Hermann und Marc, um die Stimmung ein wenig zu heben,  in einer Regenpause einen Landgang im Dinghi -„drei Mann in einem Boot“ im wahrsten Sinne des Wortes…

Die drei Mann in dem einen Boot

Rückseitenwetter und ein wenig Wind ist am Mittwoch angesagt und bringt die Crew nach Syvota. Am Schwimmsteg einer Taverna treffen die Drei einen alten Bekannten aus Preveza, Kostas, der einen Katamaran skippert…. Wie klein die Welt doch manchmal ist.

Anfahrt auf den Schwimmsteg

Die Bucht mit Steg

Auch in Syvota darf der obligatorische Stadtrundgang nicht fehlen, bevor – mit Aussicht auf das kommende Wetter wurde die Marina Mandraki in Korfu schon einen Tag früher gebucht- es weiter nach Norden geht. Noch immer spielt der Wind nur mäßig mit, aber die Drei nehmen es sportlich…. Die Mandraki-Marina ist ein Highlight jeden Törns.

Land (Korfu) in Sicht

Unterhalb der Burg gelegen bietet sie eine unvergleichliche Atmosphäre.

Die Marina vor der Burg von der Stadt aus gesehen

Zusätzlich richtet der Segelclub gerade eine internationale Regatta aus, sodass reges Treiben im quirligeren kleinen Hafen herrscht. Unsere Crew bekommt ihren Platz direkt vor dem Café zugewiesen…. Was will man mehr?

Blick von „oben“

Während für den Rest des Donnerstags noch bei relativ gutem Wetter „abgewettert“ werden kann, wird der Freitag mit dem Durchzug einer Schlechtwetterfront eher ungemütlich und der Stadtrundgang fällt nur kurz aus. Ein wenig entschädigt das Abschlussessen die Männercrew, bevor es für Marc und Hermann ans Kofferpacken geht….der Flieger der beiden startet am Samstagvormittag. Rückblickend war das Wetter eher suboptimal, doch die Jungs haben sich nicht abschrecken lassen und hoffen beim nächsten Törn auf bessere Bedingungen.

Samstag, 15.Oktober bis Samstag, 22. Oktober „Honeymoon“

Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein landet Ulrike am Samstagmorgen um kurz nach 9 Uhr in Korfu. Die Straßen sind von den vergangenen Tagen noch regennass, doch der Spaziergang vom Flughafen, entlang der Strandpromenade zur Marina ist herrlich.
Auch die Atmosphäre in der Marina Mandraki ist wieder einzigartig. Nach einem kurzen Frühstück und Stadtbummel heißt es schon „Leinen los“ und eine leichte Brise bringt uns vorwindlich bis Syvota.

Kaum an Bord das Ruder übernommen 🙂

und für Unterhaltung gesorgt

Fast haben wir schon ein schlechtes Gewissen wegen des schönen Wetters. Da der Stadtkai etwas ungemütlich scheint (Wind und Wellen stehen genau in diese Richtung), sind wir froh, im keinen Hafen einen Platz zu finden. Es ist nur wenig Betrieb und ein paar Segler bereiten ihre Boote schon für den Winter vor. Auch das Städtchen scheint langsam in den Wintermodus überzugehen. Als wir am Sonntagmorgen unsere übliche Kaffeerunde drehen, teilt uns schon die Bäckereiverkäuferin mit, dass sie wegen des Stromausfalls ein reduziertes Sortiment habe und Kaffee könne sie uns auch keinen verkaufen. Nachdem wir erfolglos in zwei weiteren Cafés nachgefragt haben – im ganzen Ort ist der Strom ausgefallen- beschließen wir, unseren Kaffee dann halt selbst auf dem Gasherd zu kochen…. zumindest sind wir autark. Doch schon bald ist der Strom wieder da und so holen wir unseren Cafébesuch nach dem Frühstück ganz gemütlich nach  – so der Plan.
Doch die Gemütlichkeit währt nur kurz…. Eigentlich wollen wir nur kurz einem Katamaran mit frohgelaunter Crew beim Ablegen der Leinen behilflich sein, doch dann stellt sich heraus, dass dieser sich mit seinem Anker in einer Mooringkette verfangen hat. Aus der frohgelaunten Crew wird schnell eine panische, die versucht, den Anker mit Gewalt zu befreien und der vom Ufer aus schwer zu helfen ist. Glücklicherweise kommt ein griechisches Dinghy bald zu Hilfe und wir können wieder zum gemütlichen Teil des Vormittags übergehen.
Schließlich ist unser Silberhochzeitstag, den wir gebührend feiern möchten. Als „Location“ hierfür haben wir uns Parga ausgesucht, wohin wir gegen Mittag aufbrechen – anfänglich sogar noch mit Wind, der jedoch bald einschläft und das Segeln zur Geduldsprobe werden lässt.

Der Spitze Fels ist wohl von der Wand abgebrochen und davor stehen geblieben

Unser Plan, in Parga mit dem Taxiboot zur Stadt zu fahren erübrigt sich mangels Taxiboot – die Saison ist leider vorbei. Also muss das eigene Dinghy herhalten und uns zum  Strand bringen, von wo aus wir über den Burgberg zur Stadt spazieren. In der Taverna Lithos, die wir noch vom letzen Herbst in guter Erinnerung haben, feiern wir unseren Hochzeitstag bei einem leckeren Abendessen und lassen den Abend noch in einem Café an der Uferpromenade mit herrlichem Blick auf die vorgelagerten Inseln ausklingen. Zum Glück haben wir unsere Taschenlampe eingepackt, denn als wir zum Boot zurückfahren ist es stockfinster und Silva liegt recht weit vom Ufer entfernt vor Anker.

Letzte Sonnenstrahlen

Am Montagmorgen werden wir von einem unangenehmen Schwell geweckt, da sich der morgendliche Landwind verabschiedet hat und die Dünung vom Vortag noch in die Bucht steht. Also machen wir uns bald auf den Weg zu unserem nächsten Etappenziel: Gaios auf Paxos. An einem Ort waren wir 2017 im Herbst fast eine Woche lang und wollten schon immer mal wieder hin. Doch im Sommer ist dies ein schier unmögliches Unterfangen, da (ähnlich wie in Fiskardho auf Kefalonia) ALLE nach Gaios wollen. Als wir gegen 14 Uhr ankommen, wundern wir uns schon, da außer einer Sunsail-Flotille fast kein Boot am Stadtkai liegt. Und so haben wir fast die Qual der Wahl, uns für einen Liegeplatz zu entscheiden. Doch gegen Abend füllt sich der Hafen wieder und es bleiben nur wenige Plätze unbesetzt.

Der fast leere Stadtkai

Nach und nach kommen aber noch mehr Boote an

Wir genießen den Tag auf Paxos, unterhalten uns mit Bootsnachbarn und wollen am Dienstag eigentlich noch für eine Nacht bleiben, da es uns so gut gefällt…. Bis Sven den Wetterbericht für die kommenden Tage studiert und feststellt, dass im wesentlichen KEIN Wind gemeldet ist – außer heute. 35sm bis Preveza (dazwischen gibt es keine Anlege-oder Ankermöglichkeit) vorwiegend zu motoren erscheint uns nicht erstrebenswert, weshalb wir kurzerhand das Schiff klar machen und am frühen Nachmittag in Richtung Heimathafen ablegen.

Handy am Steuer – das wird teuer

Der Wind bleibt uns auch treu, kommt allerdings (genau wie die Wellen) von hinten und erfordert einiges an Konzentration. Nachteilig ist am Herbst, dass der thermische Wind  erst am späten  Nachmittag (zwischen 15 und 16 Uhr) weht, es aber schon so früh dunkel wird (um etwa 19.30 Uhr) und somit zum Segeln nur ein relativ kleines Zeitfenster bleibt – deshalb ist es auch schon dunkel, als wir in die Preveza-Zufahrt einfahren und wir haben Mühe, die Betonnung zu erkennen (ohne den Kartenplotter wäre das schon recht schwierig) – besonders die unbeleuchtete Tonne. In der Stadt angekommen, holen wir die Segel ein und finden einen Platz ganz am oberen Ende des Stadtkais direkt neben den Ausflugsbooten (meinen wir zumindest). Da wir jetzt viel zu müde zum Kochen sind, beschließen wir, den Tag in Tassos Restaurant ausklingen zu lassen.
Als Ulrike am Mittwochmorgen zum Bäcker gehen will, wird sie gebeten, das Boot umzulegen, da wir noch Im Bereich der Ausflugsboote liegen (wie unsere Nachbarn zur Linken auch, die die Markierung mit ihren Booten verdecken). Also wird statt des Frühstücks erstmal umgeparkt….
Doch auch zum wohlverdienten Frühstück und einigen Erledigungen in der Stadt kommen wir noch und überlegen gerade, ob wir unsere Batterien mit etwas Landstrom versorgen sollen, als der nette Engländer, der kurze Zeit zuvor angekündigt hatte, sich mit seinem „traditional boat“  auf den freigewordenen Liegeplatz neben uns legen zu wollen, mit seinem riesigen Segelboot auftaucht. Ein kurzer Blick auf die viel zu kleine Parklücke neben uns genügt und wir legen zum zweiten Mal an diesem Morgen in kürzester Zeit ab, schließlich wollten wir ja sowieso noch in den Ambrakischen Golf.  Der Kapitän des Traditionsseglers scheint übrigens auch ganz erleichtert, dass die Parklücke nun etwas größer ist…

Ein ganz schöner Klotz

Unser Ziel ist Koronisia, eine kleine Insel in der Lagune, nur über einen Damm mit dem Festland verbunden. Allerdings ist der Hafen zu flach, auch wenn er wohl immer wieder ausgebaggert wird und für Boote unserer Größe bleibt nur das Ankern vor der Insel. Das sollte bei dem für heute gemeldeten Schwachwind auch kein Problem sein….sollte…. Als wir uns gerade gemütlich am Ankerplatz eingerichtet haben, beginnt unser „Schwachwind“ mit 4 Bft zu fauchen und unser Boot mehr und mehr zu schaukeln. Das ist uns jetzt doch zu ungemütlich (vor allem für den Abend), weshalb wir (schon zum dritten Mal heute) wieder „ablegen“ und den Wind zum Segeln nutzen.

Koronisia

Vonitsa war zwar erst für den nächsten Tag eingeplant, bietet aber in der Abendsonne am Ankerplatz hinter der Brücke eine herrliche Kulisse. Und so haben wir für heute schließlich doch einen schönen Platz zum Bleiben gefunden.

Die Sonne versinkt hinter der Burg von Vonitsa

und die Burg in der Morgensonne

Vor dem Frühstück ist am Donnerstag „Frühsport“ angesagt- wir rudern an Land!!! Und auf dem Weg zur Stadt gibt es sogar einen „Outdoor-Gymn“ mit allerlei Geräten. Nach dem wohlverdienten Frühstück, einigen Einkäufen und einem kleinen Begrüßungsrundgang in Vonitsa kehren wir zum Boot zurück und setzen unsere Erkundungsfahrt im Ambrakischen Golf am Nachmittag mit dem aufkommenden Seewind fort. Ziel ist diesmal eine Bucht fast am Ostende des Golfs, die wir  kurz vor Sonnenuntergang mit gutem achterlichen Wind erreichen. Außer zwei Wohnmobilen ist auch hier der Strand schon im Winterschlaf und wir haben eine sehr ruhige Nacht. Lediglich am Morgen wird die Strandbar bevölkert…. von einer Schafherde, die hier auf dem Weg zur Weide einen interessierten Zwischenstopp einlegt.

Nur zwei Camper am Strand

Die Gäste der Starndbar

Nachdem wir die Ruhe ausgiebig genossen haben, schauen wir noch kurz am Dörfchen im Scheitel der Bucht vorbei, bevor wir gegen den aufkommenden Nachmittagswind nach Vonitsa zurückkreuzen. Der pustet heute so stark, dass wir sogar das erste Reff benötigen.

Schönes Segelwetter

Da sich beim Kreuzen die Strecke auch deutlich verlängert, ist es bei unserer Ankunft in der Bucht schon wieder fast dunkel, weshalb wir noch einmal den altbekannten Ankerplatz an der Brücke aufsuchen und uns erst am Samstagmorgen an den Stadtkai verholen.

Genügend Platz am Anleger

wie süüüüß

Jollentraining mal anders, ohne Wind im Schlepp eines Dinghys

Der Rest des Samstags ist Urlaubstag, bevor wir in die „Arbeitswoche“ starten, denn ab Sonntagmittag ist die Marina in Preveza zum abtakeln gebucht, bevor Silva am Dienstag ihren Krantermin hat.

Sonntag 23.Oktober bis Sonntag, 29. Oktober Abtakeln und Heimreise

Den strahlenden Sonnenschein am Sonntagmorgen nutzen wir schon mal zum Putzen und Trocknen der Segel und machen uns anschließend auf den Weg nach Preveza. Dort bekommt Silva ihren Platz in der Marina und wir beenden unsere Urlaubswoche mit einem leckeren Essen bei Tassos, zu dem sich auch Panos und seine Frau eingefunden haben.
Als am nächsten Morgen die Segel runter sollen, hat in Preveza der Herbst mit zähem Nebel Einzug gehalten. Der Nebel verzieht sich erst gegen Mittag und wir können die Segel endlich trocknen und für den Winter verpacken..
Die Leinen, Verdecke usw. sind auch alle durchgewaschen und können nun trocknen.

Ohne Segel – dafür mit viel „Wäsche“ zum Trocknen

Am Dienstag geht es dann früh morgens zum Kran bei Ionian. Dort gibt es wegen einer Stromabschaltung noch eine kurze Verzögerung, so dass Silva erst gegen 13 Uhr ihre Parkposition erreicht hat.

Unser „tierischer Helfer“ in der Marina

Die Werfttage vergehen mit dem Auf- , Aus- und Umräumen des Bootes sowie Putzen und den Besprechungen der geplanten Arbeiten (neues stehendes Gut und Sandstrahlen des Unterwasserschiffes)  für den Winter. Für die Übernachtungen haben wir uns wieder in Preveza im „The best offer“ eingemietet.

I’m on the CATwalk

Bevor wir am Freitag den Heimweg mit der Fähre antreten, machen wir noch einen kurzen Ausflug ins Hinterland von Preveza nach Arta, wo (wie überall in Griechenland) der heutige „Ochi-Tag“ mit einer Parade und anschließendem Umtrunk in der Stadt gefeiert wird.

Die historische Steinbrücke von Arta (mit eigenem Museum)

…und die alte Platane im Café gegenüber

Eingang zur Zitadelle – die Schule liegt direkt nebenan….

Auf dem Rückweg zur Fähre legen wir noch den schon beinahe obligatorischen Stop in Syvota und Plataria ein.

Antiker Olivenbaum mit beinahe genau so alter Straßenlaterne

Bis wieder eine heult

Straßenmäharbeiten mal anders

Nach einer erstaunlich pünktlichen Fährüberfahrt in Italien angekommen, legen wir die erste Etappe der Heimreise in Italien diesmal bis nach Montalbo zurück. In dem malerischen Dörfchen (Seguzzone) in der Nähe von Milano haben wir uns in einem mittelalterlichen Haus eingemietet, das mit viel Liebe zum Detail renoviert wurde und uns einen zusätzlichen „Urlaubstag“ beschert.

Impressionen aus Montalbo

Das Motiv der Motive (für die Kamerafrau)

„Graffiti““ mal anders

Beim Morgenspaziergang

Nach dem obligatorischen Einkaufsstopp in Como haben wir uns für die Mittagspause am zweiten Reisetag Bellinzona mit seinen Burgen ausgesucht, denen wir einen kurzen Besuch abstatten, bevor wir uns auf die letze Etappe begeben (diesmal mit einer Passfahrt über den Gotthard-Pass, da der Stau vorm Tunnel doch zu nervig ist.

Burg mit Burg

Die „mittlere“ Burg

Und die ganz oben

…auf Fels gebaut

Auch hier wieder die Sammlung der Wind- und Wetterkarten als PDF