2024

Mai 2024: Saisonvorbereitung in den Pfingstferien

Samstag, 18 Mai bis Mittwoch 29.Mai

Anreise mit Hindernissen, die üblichen Arbeiten und ein paar Spezialaufträge

Nachdem wir noch ein Geburtstagsständchen für einen Musikkollegen gespielt haben, steigen wir am Samstag gegen 21 Uhr in unser treues Wägelchen, holen Lukas, der uns diesmal begleitet in KL ab und starten Richtung Süden. Schon bei Karsruhe der ersten mittelgroße Zwischenfall: Lukas, der gerade ein leckeres Brötchen verspeist hat erkundigt sich: „Und welcher Belag ist auf den anderen Brötchen? Dieses hier war ja sehr würzig…“
Welcher andere Belag? Es gibt genau EINEN nicht- vegetarischen Belag und genau EIN vegetarisches Brötchen ( Ulrike hatte nicht so viel Hunger), das Lukas nun, ohne es überhaupt zu merken verdrückt hat… Aber Ulrike hat ja schon gegessen und außerdem gibt es ja überall etwas zu kaufen.
Die Vignette besorgen wir in diesem Jahr zu ersten Mal ganz modern digital mit dem Handy, sodass wir an der Grenze zur Schweiz nicht einmal mehr dafür anhalten müssen. Da wir zu dritt sind beschränken sich die Pausen auch auf ein Minimum, sodass wir das erste wesentliche Etappenziel „Carrefour-Como“, das absolute Must-Have auf jeder Fahrt, schon gegen 3 Uhr erreichen. Sven und Lukas wären mit der Autobahnraststätte zufrieden gewesen, zumal wir wegen der üblichen Baustellen rund um Como nicht mehr auf die Autobahn auffahren können und wieder kilometerweit durch dir Vororte zwischen Como und Milano zuckeln. Außerdem ist das Carrefourcafé noch geschlossen, sodass wir nur tanken und eine Kleinigkeit einkaufen können und unser Frühstück dann doch auf dem Rasthof einnehmen müssen.
Ansonsten verläuft die Fahrt reibungslos und wir sind schon am frühen Morgen gegen neun Uhr in Ancona. Da wir einige Nachrichten der Fährgesellschaft bezüglich verschobener und geänderter Abfahrten bekommen haben, möchten wir zur Klärung möglichst früh am Check-In sein. Laut Ulrikes und Svens Nachricht hat sich die Abfahrt um 30 Minuten verschoben, Lukas, der nachträglich gebucht hat, hat eine Mitteilung bekommen, dass sich die Fähre geändert hat und die Abfahrt erst um 22 Uhr ist, also fünfeinhalb Stunden später. Hat Lukas etwa eine andere Fähre als wir?

Am Check-In händigt uns die Mitarbeiterin unsere Bordkarten mit dem lapidaren Hinweis, dass die Abfahrt um 22 Uhr sei, aus. Wir sind froh, dass wir mit der selben Fähre wie Lukas fahren und es hier augenscheinlich keine Änderung gegeben hat und nehmen die verspätete Abfahrt erstmal in Kauf. Stutzig macht uns die lange Fahrdauer von etwa 22 Stunden anstelle der sonst üblichen 16 Stunden. Wir haben tatsächlich eine der kleinen Fähren, die sonst nur zwischen Brindisi/ Bari und Igoumenitsa verkehren erwischt. Weitere Recherchen ergeben, dass unsere ursprünglich geplante Fähre laut Shipfinder noch bei Athen liegt.
Ein zweiter Blick auf die Bordkarten macht Ulrike stutzig. Statt der gewohnten Kabinennummer ist nur der Vermerk ATS zu lesen? Sollte hier ein Fehler vorliegen? ATS könnte die Abkürzung für Airseats sein….
Um diese Frage zu klären, begeben wir uns nach unserer Verproviantierngsrunde direkt noch einmal zum Check-In. Doch die Dame meint nur lapidar, dass die Tickets in ihrem System als Airseats stehen würden. Auch unsere Buchungsbestätigung kann sie nicht überzeugen. Also beschließen wir, das Problem an der Rezeption der Fähre zu lösen und dort auf die Verwechslung hinzuweisen.
Nachdem wir die obligatorische Pause an der Kathedrale von Ankona eingelegt haben und unser Mittagspicknick beendet ist, haben wir noch immer 8 Stunden Zeit bis zur Abfahrt.
Eigentlich hätten wir bequem am Sonntagmorgen losfahren können….
Um dem Warten einen positiven Aspekt abzugewinnen, planen wir eine kleine Sightseeingrunde. Da in Italien ja fast jede Stadt einen malerischen Ortskern hat, ist das kein Problem. Wir suchen uns zwei kleine Städtchen in der Nähe von Ankona aus: Morro d’Alba und Monte San Vito. Und wir werden nicht enttäuscht.

Pause
Immer schöne Ortschaften …

Der Besuch beider Städtchen lohnt sich. Jede hat ihren eigenen Charakter und jede bietet eine herrliche Aussicht auf das Umland. Am Abend suchen wir noch eine geöffnete Pizzeria, was sich vor 19 Uhr als nicht ganz einfach erweist, letztlich aber doch von Erfolg gekrönt ist.

Mit etwas Geschick zum Erfolg …
Schöne Details

Auch nachdem wir das Auto auf der Mole abfahrbereit in die Warteschlange gestellt haben, bleibt uns Zeit für einen kleinen Rundgang durch Anconas Altstadt.
Mit etwas Verspätung läuft unser „Ersatzschiff“ am späten Sonntagabend in den Hafen ein und ist viel kleiner als die gewohnten Fähren.
Vorsichtshalber nehmen Lukas und Ulrike alle verfügbaren Decken und Kissen mit – man weiß ja nie….
An der Rezeption angekommen, erkundigt sich Ulrike noch einmal und weist auf den Fehler auf der Bordkarte hin- in der Erwartung, jetzt die Kabinennummer mitgeteilt zu bekommen. Doch weit gefehlt. Die Dame an der Rezeption zeigt sich gar nicht kooperativ und meint lapidar, dass wegen des Schiffswechsels keine ausreichend Anzahl an Kabinen zur Verfügung stünden. Kurz gesagt „Pech gehabt“. Weitere Diskussionen sind ergebnislos. Nur gut, dass wir im Auto immer ein Notequipment haben und geistesgegenwärtig bei unserer Ankunft das Gepäck auf einem Sofa im Salon abgestellt haben. So haben wir wenigstens eine Liegemöglichkeit.

Gar nicht so ungemütlich

Viele andere Passagieren, die ahnungslos an der Rezeption nach ihrer Kabine fragen, werden von der unhöflichen und genervten Mitarbeiterin ebenso abgefertigt und müssen die Überfahrt nun völlig unvorbereitet ohne Kabine und Ausrüstung überstehen. Verständlicherweise ist die Stimmung an Bord erst einmal auf dem Nullpunkt.
Eine sehr nette Geste erleben wir von einem jungen Paar, das noch eine Kabine bekommen hat (das Verteilungsprinzip nach dem die wenigen vorhandenen Kabinen verteilt wurden, lässt sich nicht erschließen) . Es stellt kurzerhand seine Kabine einem schon wirklich betagten Ehepaar zur Verfügung.
Zumindest ergeben sich während der 22-stündigen Fahrt nette Gespräche mit den „Leidensgenossen“ und kurz vor der Ankunft lässt sich die Reederei zu einem kostenlosen Abendessen für alle herab, was wir aber nicht in Anspruch nehmen.
Zur Verteidigung der Reederei muss man jedoch anmerken, dass sie nach einer kurzen Mail allen fahrgastrechtlichen Ansprüchen nachgekommen ist und innerhalb weniger Tage die Entschädigungszahlung in voller Höhe auf unserem Konto war. Da haben wir bei Lufthansa schon eine ganz andere Odyssey nach einem ausgefallenen Flug erlebt. Die Fluggesellschaft hat mit allen Tricks versucht, die Kompensationszahlungen zu umgehen und erst nach einem halben Jahr und nach Androhung rechtlicher Schritte gezahlt.

Als wir in Igoumenitsa von der Fähre fahren, ist es schon stockdunkel und der eigentlich obligatorische Zwischenstopp in Plataria muss diesmal entfallen. Unsere Ferienwohnung können wir per Schlüsselkasten beziehen, sodass niemand auf uns warten muss. Wir finden wieder alles optimal vor, diesmal allerdings in der 3-Personen-Wohnung.

unser Apartment
Unser Apartment

Am Dienstag freuen wir uns schon auf das leckere Frühstück unserer Lieblingsbäckerei, verproviantieren uns im nahegelegenen Supermarkt und fahren dann endlich zum Boot. Nach dem Abdecken und Putzen wird wie üblich Bestandsaufnahme gemacht (von den Jungs) während Ulrike nach Lefkada fährt, um das neue Vorsegel beim Segelmacher abzuholen, einen Termin für die Vermessung der Segeltasche zu vereinbaren und nach der Farbe fürs Unterwasserschiff zu fahnden. Am Abend dann der erste Gang zum Hafen zur dortigen Bestandsaufnahme und einem leckeren Abendessen in der Altstadt.

Schöne Atmosphäre
Die beiden gehören zum Inventar…

In Preveza ist alles wie gewohnt, am Hafen hat sich allerdings viel getan. Vor allem haben neue Charterfirmen den südlichen Teil des Stadtkais okkupiert, was uns später im Jahr noch beschäftigen wird.

Nachdem die Grobplanung steht, verlaufen die folgenden neun Tage sehr ähnlich: morgens früh aufstehen, beim Bäcker Frühstück besorgen, Picknick für den Tag zubereiten, Arbeiten am Boot bis zur Dämmerung, Abendessen und kleiner Spaziergang in der Stadt.

Aber was arbeiten wir denn da eigentlich unaufhörlich?
Neben den üblichen Frühjahrsarbeiten (putzen, Holzteile ölen, Rumpf polieren, Unterwasserschiff schleifen und streichen, Motor startklar machen, Boot aufriggen, Edelstahlgestänge putzen, Verdecke anbringen, Dinghi samt Motor klarmachen und noch viele Kleinigkeiten) haben wir in diesem Frühling noch einige „Sonderprojekte“.

Welle und Propeller sind auf Hochglanz poliert und mit neuen Opferanoden versehen
Sven macht heute „Blau“

Lukas ist extra mitgekommen, da er nach der Renovierung der beiden Jollen unser GFK-Spezialist ist. Damit unser neues Vorstag gut verankert ist, muss im Vorschiff unter dem Ankerkasten eine Verstärkung einlaminiert werden. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen für Lukas, der tagelang in der engen Vorschiffkabine mit Atemschutzmaske werkeln muss.

Erster Schritt: Anpassen der Konstruktion
Zweiter Schritt: Ankleben des Holzkerns
Fast fertig
Die Laminierwerkstatt
Neue Kraft schöpfen

Mit Hilfe unseres Motorspezialisten werden die Motorfüße getauscht, damit das alte Dieselross wieder sicher steht (beim Austausch zeigt sich, dass einer der Motorfüße schon abgerissen war).

So taugt das nicht mehr…

Die Radarantenne bedarf einer Abdichtung und kleinen Reparatur, da sie beim letzten Törn nicht zuverlässig gearbeitet hat.

Ein spannendes Projekt ist das Streichen der Dinghibretter. Um sie besser vor Verwitterung zu schützen, sollen sie eine Schicht aus Streich-Gelcoat erhalten. Doch es erweist sich als gar nicht so einfach, die richtige Mischung aus Harz, Baumwollflocken und Farbpigmenten herzustellen. Obwohl die Bretter gut angeraut sind, läuft die Farbe immer wieder zusammen. Herausforderung Nummer zwei ist das Wetter. Als wir die richtige Mischung endlich gefunden haben, spielen uns diverse Regenschauer einen Streich und es regnet dicke Tropfen auf die fast trockenen Bretter. Da kann man schon mal die Lust verlieren…

Dann eben mit Dach

Takis vermisst das neue Vorsegel an Ort und Stelle, um die Segeltasche zu planen und gibt uns Tipps, wo der Traveller seinen Platz finden kann. Dieser muss natürlich auch montiert werden. Damit wir die Fock auch fahren können, bekommen unsere beiden Winschen im Cockpit neue Nachbarn und auch die Reihe der Blöcke wird erweitert. Mit einer Spezialkonstruktion, dank Svens Erfindergeist, hat letztlich jede neue Leine ihren Platz.

Die Travelerschiene,….
… die Doppelstockleitöse
…und die neuen Winschen …

Wie immer gibt es diverse kleine Hindernisse, die bewältigt werden müssen, insgesamt verlaufen die Arbeiten aber so gut, dass wir den geplanten Krantermin am Donnerstag einhalten können.

Donnerstag, 30. Mai bis Sonntag 2. Juni

Kurztörn zum Flieger nach Korfu

Um noch etwas Segelvergnügen zu haben, wollen wir den Weg zum Flughafen in Korfu mit dem Boot zurücklegen. Dies passt insofern gut, als Lukas und Lara ihren ersten Mitsegler in Korfu an Bord nehmen. Die beiden haben drei Wochen mit Freunden geplant und beenden ihren Törn in Mesolonghi, wo Silva dann bis Mitte Juli auf ihren nächsten Einsatz warten wird.

Da wir die Ferienwohnung noch räumen müssen und das Auto als Zwischenlager für Werkzeug und Winterausrüstung bepackt werden muss (als Neuerung haben wir einen kleinen Anhänger, der unsere Kisten beherbergt), klingelt der Wecker am Donnerstag unmenschlich früh.

Der kleine Trailer ist beladen und abgedeckt

Alles verläuft mit der üblichen Toleranz nach Plan und Silva wird gewohnt professionell zu Wasser gelassen. Als sie kurz nach neun Uhr in der Kranbahn liegt, kommt Panos mit seinem Mitarbeiter vorbei, um die Motorfüße noch einmal nachzujustieren – dann können wir in See stechen…

Mit zunächst noch wenig Wind motoren wir fast zwei Stunden lang unserem Tagesziel („Norden“ – wo genau wird der Wind entscheiden) entgegen.
Doch dann frischt der Westwind auf und wir können den Rest der Strecke segeln. Jetzt wird natürlich das neue Vorsegel getestet. Seine Starkwindqualitäten kann es mangels Wind zunächst noch nicht unter Beweis stellen, aber in Kombination mit der Genua bringt es gut einen Knoten mehr Speed.

Mit zwei Vorsegeln läuft Silva bei wenig Wind super

Letztlich schaffen wir es sogar noch bis Parga, wo wir bequem ankern können. Die Shuttleboote zur Stadt fahren auch schon, sodass wir unseren ersten Segeltag mit einem schönen Stadtbummel beenden können.

Die kleine Kirche vor der Stadt in der Abendsonne
Deko auf der „Bierterasse“

Am Freitag ist zunächst wieder Motoren angesagt, bevor uns ein leidlicher Südwind bis nach Gaios auf Paxos bringt. Zum Glück ist es noch recht früh in der Saison, sodass wir einen Platz am Stadtkai bekommen und das schöne Städtchen so richtig genießen können.

Die Nordeinfahrt nach Gaios

Am Samstag geht es mit einem Zwischen-schwimm-stopp in Lakka (die ganze Crew wagt sich ins noch recht frische Wasser) nach Syvota, wo wir in unserem gewohnten Eckchen ankern.

In der Lakka-Bucht trainieren ein paar Opties

Um das Dinghi nicht zu überlasten, fahren wir abwechselnd ins Städtchen.

Nach einem leckeren Frühstück am Sonntagmorgen geht es schon recht früh weiter zur letzten Etappe nach Korfu. Zunächst haben wir noch ein wenig Westwind, müssen dann aber leider doch recht bald den Dieselwind bemühen.
In der Mandraki-Marina sind alle Plätze belegt, also ankern wir uns vor die Burg und starten von dort zur Erledigungstour.

Ein Palisanderholzbaum in Korfu

Sven und Ulrike gehen zum Waschsalon…. eine sehr schöne Aufgabe, denn wenn man die Wäsche in den Waschmaschinen verstaut hat, muss man ja im Café warten….
Dann werden die Rucksäcke gepackt (zum Glück haben wir kein Gepäck) und der Crewtausch kann starten. Das „Senior-Team“ wird durch einen griechischen Freund von Lukas ersetzt und damit der Altersdurchschnitt an Bord deutlich gesenkt.

Bye Bye

Sven und Ulrike gönnen sich noch ein Abschiedsessen in einer Taverna im Park und schlendern dann gemütlich zum Flughafen. Der Rückflug verläuft abgesehen von einer mächtigen Verspätung reibungslos und schon ist wieder ein Urlaub vorbei.

Balkan-Weltkulturerbe-Roadtrip

(10 Länder in 10 Tagen,…. wenn man die Anfahrt mitrechnet)

Donnerstag.17. Oktober bis Sonntag 27. Oktober

Im Herbst wollen wir noch einmal zum Boot, um eine neue Abdeckung anzubringen und ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Um dem Urlaub noch ein wenig kulturellen Anspruch zu geben, beschließen wir, diesmal auf dem Rückweg die Balkan-Route zu nehmen (was wir im letzten Jahr wegen der ausgefallenen Fähre ja canceln mussten) und einige Ziele, die schon lange auf der Agenda stehen endlich einmal anzusteuern.
Da wir die frühe Fähre am Freitag gebucht haben, starten wir am Donnerstagnachmittag schon recht früh, mit einem kleinen Abstecher über Nanzdietschweiler, wo wir noch eine „Minifracht“ für Kroatien einladen, die wir auf dem Rückweg in Tisno abgegeben wollen. Und wo wir schon mal da sind, nehmen wir auch die Route über die B 10 und Frankreich. Die Fahrt verläuft trotz der gemeldeten Unwetter in Norditalien fast
reibungslos mit dem üblichen Zwischenstopps, sodass wir schon früh morgens in Ancona einchecken können. Zum Frühstück entdecken wir ein neues Café und verbringen die kurze Wartezeit (die Fähre ist schon auf der Anfahrt nach Ancona) an der Kathedrale.

Capuccino & Cornetto

Dann testen wir erstmals die „neue“ (= renovierte) Superfast III, die erstaunlich leer ist und zudem fast eine Stunde VOR der Abfahrtszeit fertig beladen ist! Dementsprechend früh kommen wir am Samstag auch in Griechenland an.

Die Superfast III
Abfahrbereit

Da unsere Ferienwohnung noch nicht bezugsfertig ist, machen wir uns auf dem Weg nach Lefkada, um das Vorsegel und die neue Segeltasche, die noch kleiner Änderungen bedurfte, beim Segelmacher abzuholen. Obwohl wir uns bezüglich der Öffnungszeiten informiert haben, ist der Laden geschlossen. Etwas ärgerlich … Takis versucht zwar noch eine Mitarbeiterin zu erreichen leider aber vergeblich.

Unser Domizil

Dafür verläuft unser Besuch beim Boot erfolgreicher. Wir treffen den Gelcoat- Spezialisten an, mit dem wir einen Termin für Montag vereinbaren, um den Kiel noch einmal zu kontrollieren. Auch die alte Abdeckung ist schnell entfernt und dient als Muster für die neue Konstruktion. Leider hat ein Rad des neuen Trailers den Sommer nicht überstanden, sodass wir auf die Suche nach Ersatz gehen müssen, was sich am Samstagnachmittag als eher unmöglich erweist.

In der Werft angekommen

Auch der Frisörsalon ist geschlossen … Dann bereiten wir eben die Leinen für die Abdeckung vor. Fazit bisher: Schon recht viel erledigt, das Wochenende ist jedoch suboptimal.
Zumindest können wir den Abend noch mit einem kleinen Spaziergang an der Hafenpromenade abschließen … Hier weht ein wegen der Wetterlage sehr untypischer Ostwind und lässt das Wasser an der Mole förmlich brodeln.

Schon ganz schön ungemütlich

Den Sonntag lassen wir erstmal gemütlich angehen. Am Vormittag erledigen wir noch einige Kleinigkeiten und gehen dann die neue Abdeckung an, was sich beim noch immer heftigen Ostwind als gar nicht so trivial erweist.
Am Nachmittag lässt der Wind zumindest ein wenig nach, sodass wir die beiden vorderen Abschnitte der Abdeckung fertigstellen können. Zur Belohnung gibt es einen Strandspaziergang und ein leckeres
Abendessen im Mythos, das gerade noch die letzten Tage geöffnet ist.

An der „Preveza-Burg“
Die „Preveza-Burg“

Nachdem der Wecker am Montag wieder früher geklingelt hat, läuft diesmal fast alles nach Plan. Der Gelcoat- Experte begutachtet den Kiel und kann keine Schäden feststellen, beim Segelmacher liegt unser Segel schon bereit und der hintere Teil der Abdeckung lässt sich problemlos anbringen.

Habe fertig

Lediglich den platten Reifen können wir mangels passender Ersatzteile nicht reparieren weshalb unser „Boxenwagen“ erst einmal aufgebockt wird.
Schon am frühen Nachmittag sagen wir Silva „Auf Wiedersehen“ und machen noch einen Abstecher nach Vonitsa in unser Lieblingscafé.

Unser „Lieblingsplätzchen“ in Vonitsa

Einen Tag früher als geplant können wir am Dienstag unsere verlängerte Heimfahrt, unseren „Roadtrip“ über den Balkan beginnen. Schon am Montagabend haben wir die Route geplant und die Übernachtungen gebucht. Albanien wollen wir uns intensiver widmen und uns danach relativ stressfrei mit ein paar Zwischenstopps nach Norden begeben. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass man besonders im Gebirge auf albanischen Landstraßen sehr langsam vorankommt.
So benötigen wir für die etwa 60 Kilometer von Igoumenitsa nach Butrint, unserer ersten Weltkulturerbe- Station in Albanien mehr als zwei Stunden. Da fallen die zehn Minuten Wartezeit an der Grenze kaum ins
Gewicht. Die Wartezeit beruht übrigens nicht auf einer langen Warteschlange, sondern auf der Tatsache, dass wohl ständig der Strom ausfällt und somit der Computer des Grenzbeamten nicht funktioniert,
wofür er sich auch mehrfach entschuldigt.

Auch der kurze Halt in Sagiada, einem kleinen Hafen, von dessen Tiefe wir uns schon immer einmal überzeugen wollten, fällt nicht ins Gewicht.

Die Hafeneinfahrt – an der seewärtigen Mole könnten wir wohl anlegen

In Butrint angekommen müssen wir zunächst einmal mit einer originellen Fähre über die Lagune übersetzen.

Die „Fähre“
Das venezianische Fort an der Fähre
Vor dem Boarding
Auf hoher See

Danach können wir die Überreste der Siedlung aus verschiedensten Epochen, die sich über die gesamte Halbinsel verstreut finden, bestaunen.

Überall Touristen 😉
Die Basilika
In den Ruinen wohnen viele Sumpfschildkröten

Entlang der (Steil)küste, die wir bisher ja nur von der Seeseite kennen, fahren wir unserem nächsten Ziel entgegen, dem Llogara Pass. Immer wieder bieten sich tolle Aussichten und malerische.Dörfer schmiegen sich an die Berghänge.

Ganz in den Hang geschmiegt

Auch dieser Streckenabschnitt erweist sich als recht beschwerlich, da immer wieder sehr langsame LKW das Fortkommen erschweren. Dies tut auch unserem Wägelchen nicht sehr gut und so fängt das
Kühlwasser beim Zwischenstopp bedrohlich zu blubbern an. Leider haben sich die Wolken am Pass im Laufe des Nachmittags so aufgetürmt, dass wir von der spektakulären Aussicht nicht allzu viel zu sehen bekommen. Da müssen wir morgen früh wohl noch einmal vorbeikommen … glücklicherweise ist unser Hotel nicht weit entfernt …

In Albanien muss man immer mit Tieren hinter der nächsten Kurve rechnen….
…oder eben auch auf der Straße

Der Nationalpark ist Ende Oktober kaum noch besucht, sodass wir die einzigen Hotelgäste sind, aber dennoch herzlich empfangen werden. Etwas abenteuerlich ist die Stromversorgung des Ortes, was wohl auch die kurzen nächtlichen Stromausfälle erklärt.

Ganz exakt nach VDE

Um den Mittwoch voll ausnutzen zu können, heißt es mal wieder “ früh aufstehen“… Der kurze Weg zurück zum Aussichtspunkt des Passes lohnt sich wirklich, da erwartungsgemäß strahlender Sonnenschein herrscht und die Aussicht auf die Orthonoiinseln und die albanische Steilküste atemberaubend ist. Zudem haben wir eine nette Begegnung mit einer riesigen Ziegenherde, die in der Gebirgslandschaft auf Futtersuche ist.

Möhhh – Bimelimelimm
Sonne ja – leider Gegenlicht

Nördlich der Küstenstadt Vlora besuchen wir noch kurz das Kloster Zvernac (leider ist das Fotografieren innerhalb des Klosters nicht erlaubt), das über eine hölzerne Brücke zu erreichen ist, bevor wir zu unserem eigentlichen Tagesziel, Berat, weiterfahren.

Blick auf Vlora
Ob die Mönche hier oft auf dem Holzweg waren?

Berat, die Stadt der tausend Fenster, ist das zweite Weltkulturerbe-Ziel unserer Reise. Ganz stilecht wohnen wir in einem traditionellen Steinhaus in der Altstadt. Diese ist wirklich beeindruckend und
übertrifft unsere Erwartungen um einiges.

Die Gasse zu unserem Gäste-Haus
Der Blick von der Terasse ist schon faszinierend

Da es noch recht früh ist, erkunden wir die Altstadt und die Burg am Nachmittag ausgiebig. Trotz der Nebensaison ist die Stadt noch sehr belebt und Touristen aus aller Welt tummeln sich in den Gassen und auf der Burg.

Diese Kirche „betrachten“ wir uns nur von ganz unten
– ohne Worte –
Unser Stadtviertel von der Burg aus
Innerhalb der Burgmauern

Nach einem gemütlichen Café über den Dächern der Altstadt schenken wir uns den Aufstieg zur letzten kleinen Kirche, die eigentlich noch auf dem Sightseeing -Programm stand und kümmern uns lieber um das Abendessen. Ein uriges kleines Lokal in der Nähe unserer Ferienwohnung bietet ein „Probiermenü“ durch die albanische Küche an und mit ein wenig Wartezeit kommen wir in den Genuss der Spezialitäten. Sven findet eine neue tierische Freundin, „Luna“, die auch die Restaurantbesitzer fest im Griff hat.
Darauf lässt zumindest die Anzahl der Fleischspieße, die ihr zugesteckt werden, schließen.

Beide gut satt

Die Nacht verbringen wir ganz alleine in unserem Feriendomizil, doch am nächsten Morgen weckt uns Geschirrklappern aus der Küche.
Eine nette Dame ist extra für uns gekommen und bereitet uns ein leckeres typisch albanischen Frühstück mit kleinen Pfannkuchen, Spiegeleiern, Tomaten und Früchten zu. Eine interessante Unterhaltung mittels „Google-Übersetzer“ (unser Albanisch ist sehr begrenzt) rundet den Morgen ab.

mhhh
Im „Frühstücksraum“
Ein letzter Blick zurück

Bald schon machen wir uns wieder auf den Weg, da wir noch ein gutes Stück Weg bis Ulcinj in Montenegro vor uns haben. Außerdem nehmen wir uns auch noch Zeit für einen Abstecher nach Kruhja.
„Auf der Karte sah der Umweg viel kürzer und einfacher aus“… denken wir uns, als wir hinter einem schlecht motorisierten, qualmenden Tanklastzug die Serpentinen nach Kruhja und vor allem in der Stadt hochschleichen. Dann auch noch die spannende Frage, ob die Bremsen des LKW noch funktionieren…. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir die Burg und werden mit einer malerischen Altstadt und einer genialen Aussicht belohnt.

Das Skanderbeg-Museum
Der Balkan

Auch das ethnologische Museum ist sehr interessant und vor allem virtuell voll erschlossen (wenn man die VR-Brillen nutzen möchte)

Das ethnographische Museum
Im Schlafzimmer
In der Küche

Auf dem Weg zur Grenze passieren wir Skodhra und kommen am späten Nachmittag an unserem Tagesziel Ulcinj an. Hier haben wir ein Appartement in der historischen Altstadt gebucht, weshalb wir das Auto unterhalb am Hafen parken und den Rest des Weges zu Fuß gehen.
Die Lage des Zimmers und vor allem die Aussicht ist phänomenal.

Die Aussicht nach Norden….
…und nach Süden 🙁

Leider sind die Museen in der Burg, die wir bei unserem Stadtrundgang besichtigen, schon geschlossen, doch die Altstadt ist auch so beeindruckend.

Ganz oben
Das Burggespenst
Der Naturhafen von Ulcinj

Ein leckeres Abendessen beim Fischer, dessen Calamari Sven als die besten, die er je gegessen hat, bezeichnet, rundet den Tag ab.
Schon sehr früh machen wir uns am Freitag wieder auf den Weg.
Eigentlich wollen wir in Stari-Bar frühstücken, doch die Altstadt schläft bei unserer Ankunft noch, sodass wir nur eine kurze Runde drehen und unseren Weg fortsetzen.

Alles ruhig und verschlafen
„hübsch“

Wie geplant nehmen wir die Fähre bei Tivat über die Engstelle der Bucht von Kotor und legen noch einen kurzen Tankstopp vor der montenegrinisch- kroatischen Grenze ein.

The Road to Tivat
Im Hintergrund eines der Inselchen vor Perast
Idylle am Fährhafen

Eine asiatische Reisegruppe hatte wohl die gleiche Idee, sodass die Angelegenheit eher ungemütlich wird. Auch an der Grenze müssen wir uns in Geduld üben, da die Schengen – Außengrenze (die Kroatien nun ist) akribisch kontrolliert wird.

Auch Baukräne können idyllisch sein

Nach kleinen Foto- und Einkaufsstopps in Dubrovnik und im Neretvadelta, entscheiden wir uns, die neue Brücke über die Pelješac-Halbinsel nicht zu nehmen, sondern von Bosnien aus zu fotografieren …

Nicht Rion … sondern Ston

Dabei haben wir jedoch nicht bedacht, dass auf dem Weg zwei weitere Grenzübergänge liegen. Ersteren passieren wir noch ohne Probleme…. Doch bei der „Wiedereinreise“ nach Kroatien wird unser ganzes Auto durchsucht … Das kostet Zeit …
Gerne hätten wir noch unzählige kleine Zwischenstopps an uns lieb gewordenen Orten eingelegt, doch wir haben ja noch eine „Verabredung“ in Tisno.
Dort wartet Volker, der unser Zimmer organisiert hat, auf uns und die Ergänzung zum Gastgeschenk für den örtlichen Musikverein.

Tisno
Die bekannte Klappbrücke

In Tisno ist die Olivenernte in vollem Gange. In der örtlichen Ölmühle laufen die hochmodernen Ölpressen auf Hochtouren. Auch unsere Vermieter sind so sehr mit der Ernte beschäftigt, dass wir sie nicht zu Gesicht bekommen.

Dieses Jahr ist die Ernte mehr als überdurchschnittlich

Wir schauen uns kurz im Ort um und lassen uns das Abendessen in einem der wenigen noch geöffneten Restaurants schmecken. Volker hat sich mittlerweile auf den Heimweg gemacht und kommt am Samstagmorgen Zuhause an.
Wir hingegen suchen am Samstag erst einmal eine Frühstücksmöglichkeit. Da die Saison schon beendet ist, werden wir erst im nächsten größeren Ort fündig.
Doch der kleine Umweg lohnt sich …

Die Katze auf dem kühlen Tondach
Unterwegs drehen schon die „Spießeschweine“

Noch ein Weltkulturerbe steht am Samstag auf dem Programm: die Altstadt von Ljubljana.
Hier kommen wir am frühen Nachmittag an und müssen feststellen, dass die Saison mitnichten beendet ist. In der sehr belebten Altstadt drängen sich wieder Touristen aus aller Welt. Auch die Cafés sind gut besucht und wir haben Glück, noch ein Plätzchen in einem urigen Café zu ergattern.

Mitten im Trubel
Herbststimmung

Bis zu unserem Tagesziel (St. Michael im Lungau) ist es nicht mehr weit, jedoch noch ein wenig anstrengend … Zumindest für unsere Bremsen. Ulrike hat nämlich befunden, dass der Weg über den Katschberg-Pass der deutlich kürzere zu unserem gebuchten Hotel ist, jedoch die Höhendifferenz nicht bedacht. Und so schnauft unser Wägelchen mal wieder einen Pass hoch, um auf der Rückseite des Berges in voller Fahrt die Bremsen zu testen, die dann auch entsprechende Temperatur haben, als wir am Ende der Passstraße auf den Parkplatz des Hotels rollen….
Laut Plan ist die Küche schon geschlossen, wir bekommen jedoch noch einen leckeren Kaiserschmarrn, was den Urlaub so richtig abrundet.
Die Heimfahrt am Sonntag verläuft – abgesehen vom Wochenend-Rückreiseverkehr ohne besondere Vorkommnisse …