März & April 2026: Osterferien in Preveza
Donnerstag 26. März bis Freitag 10. April
Frühjahrsarbeiten am Boot – Viel auf dem Zettel und dann schlechtes Wetter
Donnerstag, 26.März bis Donnerstag 2.April – Es wird nie langweilig …
Direkt nach der Arbeit machen wir uns am Donnerstag gegen 15.30 Uhr auf den Weg – schließlich müssen wir vor 22 Uhr den Gotthardtunnel hinter uns gelassen haben, da die ganze Woche Nachtsperrungen von 22 Uhr bis 5 Uhr angekündigt sind und der Pass auch noch nicht geöffnet ist.
Wir nehmen die Route über Straßburg, um etwaige Autobahnstaus auf der A5 zu umgehen und sind auch gegen 19 Uhr in Basel. Von den diversen Regenfronten, die sich am Nachmittag im Südwesten austoben sind wir auch verschont geblieben und freuen uns schon auf die kurze Pause hinter Basel, wo gewöhnlich unser „Fahrerwechsel“ stattfindet. Doch kurz vor dem Rasthof stehen wir im Stau…. „Sieben Minuten Verzögerung!“ sagt die Staumeldung. Damit verschiebt sich die geplante Ankunftszeit in Airolo (also hinter dem Gotthardtunnel) von 20.40Uhr auf 20.50Uhr… alles im „grünen Bereich“. Aus den sieben Minuten werden jedoch 25, sodass sich unsere Pause, als wir endlich am Rasthof ankommen, auf den Fahrerwechsel beschränkt. Noch immer sind wir guten Mutes, da der – wenn auch etwas dichtere- Verkehr wieder rollt. Bis etwa 40 km vor dem Gotthardtunnel kommen wir gut voran, lediglich kurz von etwas Schneefall nach dem langen Tunnel am Vierwaldstätter See ausgebremst. Doch dann stockt der Verkehr an einer Baustelle: „Etwa 12 Minuten Verzögerung“ sagt das Navi – aber auch, dass weiter oben am Gotthard die Autobahn gesperrt sei. Wir sind etwas beunruhigt, können aber auch nicht mehr herausfinden, da die diversen Stauapps keine Infos liefern. Kurze Zeit später kommt der Verkehr ganz zum Erliegen… und unsere Internetverbindung auch…
Noch hält sich der Stress in Grenzen, als die Wartezeit jedoch zunimmt und unsere „Deadline“ zur Einfahrt in den Tunnel (22 Uhr) näher rückt, werden wir nervös.
Einerseits wird es kälter (wir haben schon unsere Notfalldecken ausgepackt), da wir den Motor abgestellt haben (auf der Autobahn bis um 5 Uhr auf die Durchfahrt zu warten ist also keine Option), andererseits bessert sich die Informationslage nicht.
Also befragen wir unsere „Telefonjoker“. Die Jungs liefern uns dann auch weitere Infos zur Staulage und zu möglichen Alternativrouten, die jedoch mit enormen Umwegen einhergingen. Agieren können wir jetzt auch nicht, da wir ja nicht vom Fleck kommen.
Kurz nach 22 Uhr setzt sich die Autoschlange wieder in Bewegung. Wir rechnen schon fest damit, einen großen Umweg fahren zu müssen, als wir auf einer Schilderbrücke entdecken, dass die Einfahrtszeit in den Tunnel auf 23 Uhr verlängert wurde. Das sollte zu schaffen sein….
Und wirklich – um 22.50 Uhr passieren wir die letzte Ampelanlage. Geschafft!!!!
Mittlerweile läuft unser Motor allerdings etwas unrund, sodass wir (Ulrike) mit gemischten Gefühlen durch den Tunnel fahren und froh sind, als wir in Airolo die Autobahn verlassen können. Ein Zündkabel hat sich verabschiedet und muss getauscht werden – aber wir (respektive Sven) sind ja gut vorbereitet und können den Schaden direkt beheben.

Nach fünf Minuten setzen wir die Fahrt ruckelfrei fort und gewinnen unsere gewohnte „Reiseroutine“ wieder (Tanken in Como, diverse Kaffeepausen). Da wir etwas gestresst sind, fallen die Ruhepausen nun auch deutlich länger als gewohnt aus.
Auch jenseits der Alpen ist das Wetter noch wenig frühlingshaft. Die Adria zeigt sich in Ancona von ihrer rauen Seite, sodass unser gewohnter Fähr-Warteplatz an der Kathedrale zu ungemütlich ist …

Doch die Wartezeit ist heute nicht sehr lange, da die Fähre in Ancona startet und somit pünktlich ablegt. Etwas ungemütlich ist auch die Überfahrt. Die große Fähre schaukelt in den Wellen – dem wohlverdienten Schlaf ist dies wohl eher förderlich, sodass wir einen Großteil der Fahrt verschlafen.
Direkt nach der Ankunft in Igoumenitsa haben wir ein „Erlebnis dritter Art“. Zum einen haben wir noch nie eine Polizeikontrolle in Griechenland erlebt, zum anderen beanstandet der Polizist unsere fest installierte Anhängerkupplung. Wir müssten sie unverzüglich abnehmen, da Anhängerkupplungen in Griechenland nicht erlaubt seien. Sven versucht zu erklären, dass dies technisch nicht möglich sei, stößt aber auf wenig Verständnis. Wir dürfen unsere Fahrt dennoch (mit Anhängerkupplung) fortsetzen. Sogleich erfolgende Internetrecherchen ergeben, dass im letzten Jahr einige Verkehrsregeln massiv verschärft wurden und unter anderem auch abnehmbare Kupplungen bei Nichtgebrauch abmontiert werden müssen, jedoch Autos, deren Kupplung im Heimatland eine „e-Zulassung“ haben, von dieser Regelung nicht betroffen sind. Wie sollen wir das potentiell bei einer weiteren Beanstandung erklären???

Reibungslos verläuft die restliche Fahrt nach Preveza, wo in der Ferienwohnung wieder alles bestens vorbereitet ist und auch der erste Check am Boot verläuft zu unserer Zufriedenheit. Nachdem wir das Boot abgedeckt und die Abdeckung noch etwas umgebaut haben, statten wir dem Hafen einen kurzen Besuch ab und lassen den Tag dann gemütlich ausklingen.

Weniger reibungslos gestaltet sich der Sonntag. Nachdem wir recht erfolgreich den Gashebel repariert haben …

und den Baumniederholer mit seinen neuen Ersatzteilen versehen haben, …

möchte Sven mal eben das lose Salonfenster neu eindichten. Doch beim Ausbau stellt sich heraus, dass das darunterliegende Gelcoat total mürbe ist – hier bauen wir definitiv kein Fenster neu ein. Auch das Nachbarfenster sieht nicht besser aus … Oh je… jetzt ist guter Rat teuer …

Da „Hochsaison“ in der Werft ist, ist auch am Sonntag Hochbetrieb und einige Boote weiter ist Dimitri, unser „Gelcoat-Man“ bei der Arbeit. Er kommt auch kurze Zeit später vorbei, betrachtet sich den Schaden und verspricht, am Montag die Reparatur zu starten. Mit Blick auf das Wetter der kommenden Woche hofft er, die Zeitfenster ohne Regen nutzen zu können.
Am Montag sind wir recht früh beim Boot, um die „Schönwettertage“ (bewölkt, aber ohne nennenswerten Regen) nutzen zu können. Während Sven auf Dimitri wartet und schon mal das Schleifen des Rumpfes beginnt, erledigt Ulrike die Besorgungen in Lefkada. Die Rettungsinsel und Rettungswesten müssen zum Service und unsere Bugkabine soll neue Matratzen bekommen.

Die Abgabe der Rettungsmittel gestaltet sich etwas schwierig, da die Firma umgezogen ist und Ulrike sich schon wundert, dass sie die Werkstatt gar nicht finden kann. Ein kurzer Anruf schafft Abhilfe.
Als Ulrike zurückkommt, ist der Rumpf schon fast fertig, Dimitri aber noch immer nicht aufgetaucht – er hat uns auf Dienstag vertröstet.
Tatsächlich ist Dimitris Mitarbeiter am Dienstag schon bei der Arbeit, als wir zum Boot kommen. Bis wir den Dieseltank leergepumpt und ausgebaut haben, den wir mal wieder reinigen müssen, da uns die Dieselpest seit einigen Jahren immer wieder „heimsucht“, ist auch unser Fensterrahmen schon ausgefräst und neu verfüllt und mit einigen Lagen Gelcoat versehen. Jetzt muss er erst einmal trocknen.

Einen kleinen Wettlauf liefern wir uns mit dem Wetter. Ein Regenschutz für unser Fenster muss her, da unsere Winterabdeckung keinen ausreichenden Schutz bietet. Mit den ersten Regentropfen haben wir die Konstruktion aus einer Leine und Planen fertig. Jetzt muss sie nur noch dicht sein …

Mittwoch ist Regentag – wie vorhergesagt hat der Himmel die Schleusen geöffnet und ein Besuch beim Friseur und diverse Besorgungen stehen am Vormittag auf dem Programm. Auch ein kleines Spannungsmoment darf heute nicht fehlen – wir haben uns ausgesperrt und den Schlüssel in der Tür stecken lassen. Zum Glück ist Velisarios in Preveza und kann unser Missgeschick direkt beheben – von nun an bleibt der Schlüssel immer im Schlüsselkästchen. Am Boot ist mittlerweile „Aqua alta“ angesagt. Unser üblicher See hat eine beträchtliche Ausdehnung erreicht und die Leiter ist nur noch über einen „Holzsteg“ zu erreichen (wie in Venedig). Dafür ist unsere Abdeckung dicht und Sven erledigt noch den Ölwechsel – eine sinnvolle Indoorbeschäftigung.


Auch am Donnerstag ändert sich das Wetter nicht wirklich. Zeit, den Tank einzubauen und neu zu tanken. Dies ist bei den momentanen Treibstoffpreisen eher unlustig, aber nötig. Doch wir haben etwas „Glück im Unglück“: Die erste „Fuhre“ (wir haben nur zwei Kanister, müssen also mehrfach zur Tankstelle fahren) liegt noch bei 2,12€ pro Liter. Da wir einen längeren Regenguss abwarten müssen, dauert es eine Weile bis zur zweiten Fuhre. Gerade als wir in die Tankstelle einbiegen, sperrt der Tankwart die Zufahrt und nimmt eine Preisänderung vor – zu unseren Gunsten!!! Jetzt bezahlen wir „nur noch“ 2 € pro Liter – und der Tankwart freut sich mit uns.

Decksputz ist am Freitag angesagt, während vom Gelcoatspezialisten die Fensterrahmung fertiggestellt wird. Natürlich muss dann wieder alles gut abgedeckt werden – jetzt müssen wir die Fenster „nur noch“ wieder einbauen….
Obwohl wir schon zu Beginn der Woche angemeldet haben, dass wir am Samstag ein Gerüst brauchen, erhalten wir auf Anfrage am Samstagmorgen zunächst die lapidare Auskunft, dass vor 10 Uhr gar nichts ginge. Also müssen wir erst einmal mit unserer Leiter vorlieb nehmen, um unser Boot vor dem Polieren vom Schmutz zu befreien, Sven ist ja zum Glück recht groß und notfalls wird dann von oben gearbeitet.
Irgendwann taucht dann doch der Stapler mit dem fahrbaren Gerüst (mit RIESIGEN Rollen) auf und das Polieren nimmt seinen Lauf.


Bis Sonntagnachmittag ist auch diese eher lästige Aufgabe erledigt, sodass wir den Rest des Tages „frei“ haben und uns einen Ausflug nach Vonitsa genehmigen.

Etwas nervös sind wir am Montag, als wir uns an die Montage der Fenster wagen. Dimitri hat uns noch ein paar Tipps gegeben und wider Erwarten hält sich das Chaos in Grenzen und die Fenster lassen sich relativ unfallfrei einbauen.

Voller Elan serneuert Sven auch gleich noch einen Teil der Fugen des Cockpitbodens, während Ulrike einige Besorgungen in Lefkada erledigt (die Rettungsinsel muss wieder abgeholt werden und auch die bestellte Farbe ist eingetroffen).

Die zweite Challenge haben wir uns für den Dienstag aufgehoben: Wir wollen die Travellerschienen der neuen Fock durch längere Schienen ersetzen, um eine bessere Segelperformance zu erhalten. Allerdings ist der Platz unter Deck begrenzt, sodass wir es gerade so schaffen, die vorderen Schrauben unterzubringen. Jetzt sind wir gespannt, ob sich der Aufwand gelohnt hat – der Sommer wird es zeigen …

Noch eine Anekdote am Rande: Wir haben neue Werftnachbarn – ein sehr nettes französisches Ehepaar. Auch deren Schiff benötigt einen neuen Unterwasseranstrich und muss geschliffen werden – ausgerechnet, als wir mit dem Polieren fertig sind und unser Boot gerade frisch gewaschen ist. Unser Nachbar startet also gerade seinen Schleifer (natürlich OHNE Absaugung) und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, als man Sven wie einen geölten Blitz zu unserem Staubsauger mit der Absaugung rennen sieht, den er dem Nachbarn förmlich aufzwingt … Letztlich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
„Mal eben „schnell“ noch den Solarregler aus dem Motorraum in eine der Heckkabinen versetzen…“ lautet das Motto am Mittwoch, bevor wir unsere Silva wieder abdecken und uns bis zum Sommer verabschieden.

Mit den gewohnten Zwischenstopps an der Ölmühle, in Parga und Sivota geht es am Nachmittag Richtung Fähre. Die beiden Städtchen sind jedoch noch nicht wirklich aus dem Winterschlaf erwacht, wodurch sich der Einkaufsbummel extrem verkürzt.



Auch die Restaurantdichte in Plataria beschränkt sich auf „Olgas Restaurant“ mit einer sehr übersichtlichen Speisenauswahl.

Doch wir verhungern natürlich nicht und sind auch pünktlich an der Fähre, die uns wohlbehalten nach Italien bringt.

Nach einer geruhsamen Nacht in Rimini treten wir am Freitag den Heimweg an – wieder mit dem Nadelöhr St Gotthard – und kommen am frühen Abend zu Hause an.