Ein paar Wochen Pause unter Segeln (2026)

Mal sehen wohin der Wind uns treibt … oder „Fahrt ins Blaue“ …

Sonntag 5. Juli bis Sonntag 12.Juli – Anreise ohne besondere Vorkommnisse und auch sonst nicht viel Besonderes

Im Vergleich zu den Osterferien verläuft die Anreise geradezu ereignislos … es ereignen sich keine nennenswerten Zwischenfälle, sodass wir schon früh am Montagmorgen in der Nähe von Ancona in einem netten Bergstädtchen frühstücken können. Schon die Fahrt nach Corinaldo (die Gemeinde gehört zum Verein der schönsten Orte Italiens) an Sonnenblumenfeldern vorbei durch die schöne Hügellandschaft der Marken ist ein Genuss. Auch die Stadt selbst ist – wie viele italienische Städte – mir ihren malerischen mittelalterlichen Gassen ein Kleinod.

Ein Meer aus Sonnenblumen
und die Treppe dahinter
Hier wird zum öffentlichen Musizieren aufgefordert
Welch Blütenpracht


Selbst das Einchecken am Fährterminal verläuft entspannt, wir erledigen die üblichen Einkäufe und warten an unserem Lieblingsplatz auf die Fähre, die sogar pünktlich ablegt.

Ein Schläfchen im Schatten der Kathedrale
Da ist sie auch schon, die Superfast IV
Das teure Fenster zum Hof


So erreichen wir am Dienstagmittag unsere Ferienwohnung in Preveza und schaffen es, wie geplant, das Boot am Nachmittag abzudecken. Lediglich das Putzen erscheint uns zunächst fraglich, da der Wasserdruck am Stellplatz gegen Null geht. Doch der freundliche Wachmann legt für uns einen Schalter um, sodass auch dies erledigt werden kann. Leider bemerken wir beim Putzen auch, dass eines unserer an Ostern eingebauten Fenster nicht ganz dicht ist…. Also doch ein nicht ganz ereignisloser Dienstag.

Mein Haus, mein Auto (, mein Boot) 😉


Am Mittwoch heißt es dann wieder einmal „früh aufstehen“. Schon um 7 Uhr haben wir gefrühstückt und sind bereits am Boot, um die kühlen Morgenstunden zu nutzen. Das Boot muss aufgeriggt werden, solange es windstill ist und auch im Boot ist noch einiges zu tun. Über Mittag machen wir uns erst einmal auf den Weg nach Lefkada, um bei Takis die neuen Bugkabinenbetten abzuholen, die auch millimetergenau passen.

sind hübsch, passen und sind auch super bequem …


Auf dem Weg können wir uns überzeugen, dass die Brücke wieder öffnet, also steht unserer Fahrt nach Süden nichts im Weg.
Nachdem wir den Motor am Nachmittag aufwändig repariert haben, müssen wir leider feststellen, dass der Wasserdruck wieder nicht reicht. Also verschieben wir das Testen auf Donnerstag.
Nach 12 Stunden sieht das Boot dann schon wieder einigermaßen wohnlich aus und es bleiben für Donnerstag nur die vielen Kleinigkeiten…. und der Unterwasserantrich.
Mit einer weiteren Frühschicht gelingt auch die restliche Arbeit wie geplant, sodass wir uns am Abend mit einem leckeren Essen bei Tassos belohnen können. Leider ohne unseren weltbesten Motorexperten, der mal wieder Notfall-Überstunden macht.

Früher als geplant können wir am Freitag unsere Silva zu Wasser lassen und unsere Proberunde nach Vonitsa beginnen.
Dort finden wir ein schönes Ankerplätzchen und machen erst einmal Urlaub…
Der Wind pustet erfrischend am Ankerplatz und wir können nebenbei kleinere Reparaturen, wie zum Beispiel das undichte Fenster  erledigen.

Angekommen in Vonitsa
Sonnenuntergang bei Vonitsa

Am Sonntag erklären wir unseren Urlaub als beendet und starten unseren Segeltörn. Mit richtig gutem Segelwind und einer kleinen Wettfahrt mit einem italienischen Boot passieren wir Preveza und sind überpünktlich an der Brücke, die auch genau um 17 Uhr öffnet. Gemütlich geht es dann weiter durch den Lefkaskanal zu unserem Tagesziel Lygia am Ende des Kanals.

Am Ankerplatz

Montag, 13.Juli bis Montag 20. Juli – Auf in den Süden

Nach einer ruhigen Nacht am Anker wird am Montagmorgen erst einmal das SUP aufgepumpt, das von nun an unser stetiger Begleiter auf Landgängen werden soll.
Im kleinen Dorf Lygia, das leider an der Inselhauptstraße liegt, gibt es in der Bäckerei wieder ein leckeres Frühstück und im nahegelegenen Supermarkt können wir uns gut verproviantieren.

Der Ankerplatz am Morgen – noch gut gefüllt

Mit dem Mittagswind machen wir uns auf den Weg nach Paleiros, brauchen jedoch viel Geduld, da uns der anfänglich schöne Wind bald verlässt. Endlich angekommen, machen wir Immer noch „Urlaub“.

Mietz – Mietz
Partystimmung in Paleros


Nach dem üblichen Frühstücks-und Einkaufsritual am Morgen, ist für Dienstag Poros als Tagesziel geplant. Schließlich wollen wir ja in den Süden. Mit dem ersten Wind machen wir uns etwas übermotiviert auf den Weg…. um dann festzustellen, dass das mit dem Wind heute nix wird. Und da wir das Gefühl haben, dass eigentlich gar nicht so viele Boote unterwegs sind, fragen wir in Porto Spiliou an, wo wir prompt noch einen Platz bekommen.

Die Taverne und die Mole

Also dümpeln wir den viel kürzeren Weg dorthin und kühlen uns direkt nach dem Anlegen im kühlen Meer ab. Sportlich wird es dann nach dem Abendessen: der Sonnenuntergang und die herrliche Aussicht vom Dorf Spartachori aus stehen auf dem Programm. Unterwegs entdecken wir noch kuriose Naturphänomene.

Die beiden sind eine enge Beziehung eingegangen
Im Halbdunkel oben angekommen

Da es in der Taverne am Strand kein Frühstück gibt, machen wir auch gleich in einem netten Café, das wir neu entdeckt haben einen Frühstückstermin für 8 Uhr aus.
Wieder sehr sportlich mit einem Aufstieg ins Dorf beginnt dann der Mittwoch. Beim Umherspazieren entdecken wir dann noch ein neu eröffnetes Café… in den letzten beiden Jahren hat sich viel getan.
Bevor wir mit dem Mittagswind ablegen, dichtet Sven noch das zweite Fenster ein.
Heute haben wir mit dem Wind etwas mehr Glück und schaffen es bis nach Vathy auf Ithaka. Hier treffen wir dann auch die gesamte Segelflotte, doch es findet sich noch ein Plätzchen…

Schön herausgeputzt, die Häuser im Insel-Hauptort

Am Donnerstag ist Waschtag, denn Vathy hat einen Easywash…Um die Wäsche zu transportieren, nehmen wir das Dinghy- da ist uns das SUP zu heikel.
Wie gewohnt: Waschmaschine anstellen-Frühstück-trocknen-Supermarkt…
und das Ganze im 30 Minutentakt, denn schließlich wollen wir nach Poros. Wieder mit dem ersten aufkommenden Lufthauch werden die Segel gesetzt, um dann wieder zu dümpeln. Als wir Ithakas Südspitze umrundet haben sehen wir im Kanal auch schon das Windfeld, das heute leider sehr auf sich warten lässt. Erst als wir um 18 Uhr in Poros angelegt haben, erreicht es uns viel zu spät.

In Poros ist alles beim alten geblieben

Der Plan für Freitag lautet „Katelios“ am Südende von Kefalonia. Aber erst müssen wir warten, bis unser Nachbar abgelegt hat, da sich die Anker gekreuzt haben.
Wir nutzen den unglaublichen Wasserdruck, der uns am Vorabend den Duschkopf zerlegt hat, um das Boot vom Winterstaub noch restlos zu befreien.
Nach dem Ablegen wettern wir die Flaute am Strand ab und schauen uns Poros mal aus dieser Perspektive an.

In erster Reihe am Strand

Heute schaffen wir es dann mit dem etwas pünktlicherem Nachmittagswind zu unserem Ziel. Allerdings erweist sich das Ankern als schwierig, da die Sonne schon zu tief steht , wir den Ankergrund nicht sehen können, der Raum sehr begrenzt ist und wir nur nach unseren alten Ankerpunkten fahren können.
Auf den Wind in der Durchfahrt zwischen Kefalonia und Zakynthos ist Verlass,sodass wir am Samstag auf Ulrikes Lieblingskurs (Am Wind) nach Spartia ( von uns auch „der Ankerplatz an der Wand“ oder “ Dover Kefalonias“ genannt) aufkreuzen können.

Mit dem Rücken zur „Wand“

Auch wenn es nur eine Strandbar gibt, mögen wir den Platz sehr und genießen die schöne Aussicht und das türkisfarbene klare Wasser.

Der Blick von der Bar über den endlosen Ankerplatz

Für Sonntag haben wir einen Platz an der Boje in Agios Nikolaios reserviert. Wie immer haben wir kein Problem dorthin zu kommen und erreichen eine Maximalgeschwindigkeit von 7,4 Knoten. Doch das Bergen des Segels ist wegen der Fallböen immer eine Herausforderung.

Diesmal ist es irgendwie unaufgeräumt im Bojenfeld – zum Teil zu Eng – auch bei uns.
Der alte Hanomag (s. 2024) ist immer noch im Dienst

Diesmal gibt es das Abendessen im “ La Grotta“, das “ La Storia“ ist von einer Flotille gekapert. Aber auch hier gefällt es uns gut und wir haben wegen des chaotischen Treibens in der Bucht und den sehr eng liegenden Bojen auch keine Langeweile….
Da Ulrike die Blauen Grotten schon immer mal richtig erkunden wollte, muss sich die Silva am Montagmorgen ins Ausflugsgetümmel an den Grotten begeben. Tatsächlich können wir unseren Anker auf 12 m Wassertiefe fallen lassen. Sven bleibt als Wache an Bord und Ulrike hat das Vergnügen, mit dem SUP die Grotten zu erkunden, was sehr viel Aufmerksamkeit erfordert, um nicht von den vielen Booten überfahren zu werden. Da es unmöglich ist, auf dem SUP irgendeine Form von Fotoapparat mitzunehmen, muss sich der geneigte Leser die Bilder selbst im Netz suchen.

Was für ein Trubel – alles wegen ein paar Höhlen in der Uferböschung 😉
Die größte der Grotten … vorne am Eck

Anfangs noch eher gemütlich, später aber auch wieder rasant kreuzen wir den Kanal erneut halbwindlich und haben auf der Kefalonia-Seite das gleiche Problem wie am Vortag: viel Wind und kein Mauseloch, um das Segel zu bergen. Auch das Ankern in Katelios ist wieder herausfordernd. Diesmal haben wir zwar gute Sicht, aber auch 5-6 Windstärke um punktgenau zu ankern.
Auf dem Weg von den Blauen Grotten nach Katelios ist uns der Kartenplotter ausgefallen. Also haben wir am Nachmitttag auch gleich was zu tun… und können das Problem zum Glück beheben.

Dienstag 21.Juli bis Dienstag 28. Juli – Wetterkapriolen

Während am Dienstag das Wetter noch gewohnt stabil ist, sollen wir im Laufe der Woche etwas Abwechslung bekommen. Doch alles der Reihe nach….
Mit dem stabilen Nachmittagswind können wir bei 5 Windstärken den Kanal zwischen Kefalonia und Zakyntos entlang segeln, müssen aber, als wir um die Ecke Richtung Norden biegen, wie üblich, wegen der Windverspätung für die letzten Meilen den Dieselwind bemühen.
In Poros angekommen, melden wir uns , wie gewünscht, über Funk an und warten an der Hafeneinfahrt auf weitere Anweisungen. Die kommen auch prompt:“‚Fender ganz tief hängen und längsseits am Schwimmsteg anlegen.“ Etwas verwundert sind wir schon, da am Kai noch einige Plätze frei sind und wir gewöhnlich dorthin fahren…Als wir kurz vorm Schwimmsteg sind, tönt es aus dem Funkgerät: “ Ach, Ihr seid es… wollt Ihr lieber zum Kai? Ich dachte, Ihr seid eine Charteryacht….“ Gerne bauen wir noch einmal um, denn das Längsliegen ist doppelt so teuer. Während wir geduldig warten, bis das Boot vor uns fest vertäut ist, zwängelt sich allerdings noch eine Yacht auf unseren Lieblingsplatz … aber wir sind ja im Urlaub und flexibel.

Dieses mal haben wir den Fels nicht schwimmend umrundet – wenn das kein Unglück bringt

Heute wollen wir den neuen Waschsalon ausprobieren. Praktisch ist auch hier die Nähe zum Café, sodass sich die Wartezeut gut überbrücken lässt. Alles läuft bestens…. leider auch Svens Jeansshorts… die laufen ein. Jetzt sind es halt “ Schrumpfhosen“… aber irgendwie passen sie noch, halt nur unbequemer….
Als Entschädigung gibt es ein leckeres Abendessen in Poros-City.
Für Mittwochabend ist stärkerer Nordwind gemeldet.
Wir peilen als Tagesziel Vathy/ Ithaka an, um uns gemütlich wieder in Richtung Norden zu begeben und eine geschützte Bucht zu haben. Zunächst dümpeln wir noch etwas vor uns hin. An der Einfahrt zu Vathy lassen wir den Wind entscheiden – und er entscheidet sich, nun kräftiger zu wehen, sodass wir unser Tagesziel ändern und mal wieder flott nach Lefkada segeln. Wegen des gemeldeten Nordwinds fallen die Meganisibuchten leider aus. Eigentlich hatten wir für Donnerstag Porto Spiliou angefragt, doch der Tavernenbesitzer nimmt wegen des Wetters keine Gäste auf. Wir entscheiden uns für Lygia am Kanalende und haben nach einem wirklich schönen Segeltag ein sicheres Plätzchen gefunden.
Das erweist sich auch als wirklich notwendig, denn nun pustet der Wind, abgesehen von ein paar Pausen am Morgen für die nächsten 2 Tage kräftig aus Nord. Svens Geburtstag am Donnerstag wird,, abgesehen vom Frühstücksausflug, abgewettert und erst am Freitagmittag gehen wir Anker auf.

Dann muss der Bord-Koch eben ran …

Unser Ziel ist Pogonia bei Paleiros. Hier ist eine große Ankerfläche, die nach Norden relativ gut geschützt ist. Gegen Abend sind zudem Gewitter gemeldet, weswegen wir recht früh Anker auf gehen und den mittlerweile schon gemäßigteren Wind nutzen. Die Wolken türmen sich schon recht bedrohlich auf, als wir unseren Kurs Richtung Pogonia ändern. Obwohl die Gewitter erst später gemeldet sind, bergen wir intuitiv die Segel und keine 5 Minuten später fauchen auch schon die ersten Gewitterböen mit bis zu 8 Windstärken aus den Wolken. Eiligst ziehen wir uns in eine Bucht zurück, in der auch andere Boote Schutz gesucht haben. Glück gehabt …

Alle Wetter!

Weniger erfreut sind wir über die Situation am Ankerplatz. Dort wo normalerweise drei bis vier Boote liegen, hat sich gefühlt die gesamte Segelflotte des ionischen Meeres versammelt… wir hatten wohl alle die gleiche Idee. Doch der Platz reicht für alle… nur zur Taverna am Strand (mit Biorindfleisch aus eigener Haltung) ist es nun ziemlich weit. Also muss das Dinghi mal wieder ausgepackt werden, um Svens Geburtstagsparty nachzuholen. Leider ist das Biorindersteak aus, dafür gibt es leckere Alternativen.

Ganz schön voll – Im Hintergrund das abziehende Gewitter

Am Samstag ist Wechseltag und wir waren schon ewig nicht mehr in der „Frühstücksbucht“ ( Ormos Abelaki). Wir nutzen die Chance und verbringen zwei schöne Urlaubstage in der idyllischen Ankerbucht, die sich zwar gut füllt, aber nicht überfüllt ist.

Vertrauter Anblick
Zwischendurch gibt es doch was zu tun …
Die neu eingeklebten Fenster bekommen ihren „Fensterrahmen“

Beim Sonntagsspaziergang nach Vathy ( nur 500m, dafür aber auch gefühlte 500 Höhenmeter) entdecken wir ein kurioses Boot. Ein selbstgebautes Einrumpfboot mit Ausleger (pazifische Proa ) (https://youtu.be/LqTxx0DWTAE?si=qhkaOx-gLhQruDPJ ).

Mit dem Eigner, der uns bereitwillig die Funktionsweise erklärt, unterhalten wir uns eine Weile und erfahren, dass das Boot schon aus dem Schwarzen Meer gekommen ist und eigentlich auf dem Weg zum Atlantik wäre, wenn es keine bürokratischen Hürden gäbe.

Little Vathy in der Morgensonne
Trotz Anstieg noch Zeit zum „Posen“

Mit dem ersten Wind geht es am Montag weiter Richtung Norden. Tatsächlich schaffen wir es sogar, bis fast nach Lefkada Stadt durch den Kanal mit Rückenwind und Genua zu segeln. Hierbei treffen wir immer wieder den Lampenputzer, der mit seinem kleinen Boot von Tonne zu Tonne fährt und
die Beleuchtung der Kanaltonnen überprüft .
So viel Boote wie heute haben wir an der Brücke noch nicht gesehen. Es dauert fast 15 Minuten, bis alle die Drehbrücke passiert haben.

Endlich durch

Nach der Brücke erwartet uns ein toller Segelwind, der uns bis an den Stadtkai nach Preveza bringt. Da die Anzahl und Qualität der Moorings noch immer nicht berauschend ist, legen wir viel Anker, um eine eventuelle Mooringkette nicht zu erwischen und erkundigen uns am nächsten Morgen, wo die Ketten liegen. Hierzu erhalten wir jedoch konträre Aussagen …
Es ist noch etwas suboptimal.

Die Elektrifizierte Müllabfuhr in Preveza – Hübsch 😉

Dafür können wir unsere lange ToDo Liste, die wir uns für den kurzen Zwischenstopp in unserem Heimathafen geschrieben haben zügig abarbeiten und am Dienstag um die Mittagszeit wieder ablegen. Schließlich ist die erste Etappe nach Norden immer lang. …
So auch heute. Der Wind ist eigentlich super … wenn da nicht die lange Dünung aus Westsüdwest wäre, die uns auf dem Steuerbordbug kolossal bremst. Wie so oft entstehen aus Windsee und Dünung am Nachmittag hässliche Kreuzseen, die uns schließlich final ausbremsen. Wir „hoppeln“ die letzten 4 Meilen unter Motor auf unser geplantes Tagesziel., die Two Rock Bay, zu, um dort festzustellen, dass alle brauchbaren Plätze belegt sind und es ungemütlich in die Bucht schwellt.
Unverrichteter Dinge ziehen wir weiter. Alternative 1, die „Flussbucht“, ist viel zu unruhig. Auch hier schwellt es übelst hinein. Also müssen wir noch fast eine Stunde länger durch die Wellen schaukeln, bis wir in Ag. Ioannis ein ruhiges Plätzchen finden … also relativ ruhig. Das Boot schaukelt selbst am Ankerplatz noch so sehr, dass wir auf ein warmes Essen verzichten.

Hier ankern nur wenige Boote
… vor dem kleinen Strand

Mittwoch 29. Juli bis Mittwoch 5. August – Wohin der Wind uns weht … und doch kein Kaffee in Korfu

Nachdem das Boot die ganze Nacht am Anker gerollt ist, legt sich die Dünung im Laufe des Vormittags etwas und die Kreuzseen sind verschwunden.

Die Felsformationen am Strand sind interessant

Doch der Wind lässt noch bis nach Mittag auf sich warten, was nicht weiter schlimm ist, da wir sowieso nur bis Parga wollen. Schon von Weitem können wir ein „kleines“ Kreuzfahrtschiff wie eine Schrankwand vor der Stadt sehen. Auch der Ankerplatz ist schon gut belegt und soll sich im Laufe des Nachmittags noch gut füllen. Wir beobachten das Treiben um uns herum und vor allem das Taxiboot, mit dem wir in die Stadt fahren wollen. Heute scheint es uns zu ignorieren und fährt entspannt seine Runden. Mit der Zeit erkennen wir das System: Die Boote werden systematisch angefahren, um auch keines zu vergessen. Endlich sind auch wir an der Reihe und haben sogar noch Zeit gemütlich durch die Stadt zu schlendern, bevor wir in unserem Lieblingsrestaurant wieder herzlich empfangen werden.

Die Stadt ist rappelvoll

Vom Taxibootfahrer erfahren wir auch, warum es so extrem voll ist; in den letzten beiden Tagen war der Ankerplatz wegen der Dünung sehr ungemütlich. Außerdem ist mittwochs wohl immer viel los. Als am Donnerstag schon nach Sonnenaufgang die ersten Ankerketten rasseln und die Boote Richtung Paxos starten, beschließen wir, heute „azyklisch“ zu fahren, warten nach unserem obligatorischen Frühstücksausflug mit dem SUP auf den ersten Wind kreuzen gegen Norden auf.

Das SUP taugt auch als außenliegendes Badezimmer 😉

Heute ist viel Geduld gefordert, da uns der Wind wie üblich erst einmal verlässt und dann auch letztendlich (wie an dieser Stelle eigentlich immer) bei Sivota ganz aufgibt. In die Bucht von Plataria kommen wir dann leider nur noch mit „Dieselwind“ und gehen recht spät in Plataria vor Anker.

Am Ankerplatz in Plataria

Dafür haben wir auch schöne Unterhaltung. Am Strand läuft im aufblasbaren !!! OpenAir-Kino „ABBA – der Film“ von dem wir jedoch nur den Ton hören.

Der immer wieder schöne Sonnenuntergang bei Plataria


Eigentlich haben wir Plataria auch als Ziel gewählt, da wir dort tanken wollen, weshalb wir und am Morgen in den Hafen verholen. Zunächst möchte uns der Hafenmeister nicht am Stadtkai anlegen lassen, da im Laufe des Samstags die Sunsailflotille erwartet wird, Als wir jedoch versichern, dass wir vor Mittag ablegen werden, bekommen wir unseren Wunschplatz vorm „Dreamcafé“.

Blick vom Café aufs Boot
… und umgekehrt

Letztlich bekommen wir sogar noch Nachbarn mit Hund an Bord.
Ulrikes eigentliche Motivation war der Besuch des „Vespaia Rossa“, was wir natürlich auch am Abend umsetzen.

Zwichendurch wird das Radar noch instand gesetzt

Svens Plan „Kaffee in Kerkyra“ verwerfen wir wieder, da die Windprognosen gegen uns sind. Wir müssten einen Großteil der doch beträchtlichen Strecke Motoren, worauf wir lieber verzichten.
Erstaunlich guten Segelwind haben wir am Samstag (mit nur einem kurzen Windloch) auf dem Weg nach Lakka auf Paxos. Sven macht uns zielstrebig an seinem neu entdeckten Platz am Wellenbrecher mit den Landleinen fest.

Der perfekte Liegeplatz

Hier haben wir einen wunderschönen Blick auf die Bucht, die alte Schule und das Dorf…zumal es erstaunlich ruhig ist. In der alten Schule, die wohl mittlerweile als Drehort einer Serie „Berühmtheit“ erlangt hat, hat der örtliche Segelclub sein Domizil und bietet ein Feriencamp für Kinder an. man kann aber auch in der clubeigenen Cafeteria frühstücken … was wir am Sonntag nach dem Morgenspaziergang mit wunderschönem Panorama auch ausgiebig tun.

Am Morgen ist es noch recht übersichtlich

In der Bucht wird das Treiben schon munterer und die ersten Ausflugsboote legen an. Von unserem schattigen Plätzchen aus zählen wir 250 Personen auf einem Ausflugsboot. Da sparen wir uns erstmal den Gang ins Dorf und widmen uns dem „Strandleben“.
Die Bucht füllt sich im Laufe des Tages auf das Normalmaß und wir bekommen wieder Bootsnachbarn, die jedoch Probleme haben, da sich eine ihrer Landleinen in der Schraube des Katamarans verfangen hat. Da muss der Skipper wohl tauchen …

Schon mehr los

Am Montag haben wir ausreichend „Karibikfeeling“ in Lakka genossen und wollen uns auf den Weg in die nächste „Karibikfeeling-Bucht“ machen – endlich die Two-Rock-Bay … aber es kommt mal wieder anders …
Zunächst schauen wir entlang der Ostküste von Paxos noch in einige Buchten, um evtl. Alternativen zum Altbekannten zu haben, dann setzen wir guter Dinge Segel bei 3-4 Windstärken und kommen wieder nicht bis zur Two-Rock-Bay … Der Kurs ist nicht gut, die Wellen schaukeln sich wieder zu Kreuzseen auf und wir befürchten, da es schon recht spät ist, wieder keinen Platz zu bekommen. Also erneut die Agios Nikolaos-Bucht. Dafür paddeln wir diesmal zum Strand und testen das Angebot der kleinen malerischen Strandbar. Auch der Strand selbst ist sehr schön … Also alles bestens!

Hier ist am Ankerplatz (und am Strand) eher weniger los


Am Dienstag heißt es dann aber endlich „Karibikfeeling“ in der Two Rock-Bay. Wir genießen unseren letzten „richtigen“ Urlaubstag, bevor wir uns am Mittwoch wieder auf den Heimweg nach Preveza machen.

Gut gefüllt – aber noch Luft für ein paar Boote

Dort wartet in Aktion in der Cleopatra-Marina schon Silvas Liegepaltz für die nächsten Wochen.

Unsere Gesellschaft beim Abendessen in der „Panos Taverna“

Donnerstag 6.8. bis Samstag 8.8. – Aufräumen und putzen….und schwitzen!

Viel gibt es hierzu nicht zu sagen … Die letzten beiden Tage widmen wir uns den üblichen Wasch-und Putzarbeiten am Boot, bevor wir am Samstag in aller Frühe zum Flughafen wandern, mit dem obligatorischen Frühstücks-Zwischenstopp am „Fly Away“.

Die selbst gebastelte Mückenabwehr funktioniert nur bedingt

Einen weiteren Zwischenstopp legen wir in München ein, wo wir noch vier Stunden Aufenthalt bis zur Abfahrt unseres Zuges haben.

Am Viktualienmarkt
Die Bayern verstehen echt keinen Spaß, wenn es um die Größe des BIerglases geht 😉
Die Zeit reicht sogar für einen Abstecher in die Alpen