Adriatörn (2019)

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Ab Juli sind wir wieder unterwegs, dieses mal geht es die Adria hoch nach Norden bis Portoroz und wieder zurück.

Hier die geplante Route:

Routenplan Adriatörn 2019

Auf dem Hinweg wollen wir Albanien besuchen und auch einen Zwischenstopp in Montenegro einlegen. Danach geht es weiter die kroatische Küste entlang mit einem Stopp in Kastela bei unseren freunden von NOA-Yachting.

Von dort schlängeln wir uns durch die kroatische Inselwelt bis nach Istrien und schließlich nach Portoroz in Slowenien. Wenn alles wie geplant läuft nehmen Ulrike, Lukas und Jakob dort an der SSS-Praxisprüfung teil.

Für den Rückweg planen wir auch wieder überwiegend auf kroatischer Seite zu bleiben, werden dann aber zu einem kleinen Crewwechsel nach Bari übersetzten. Ulrike und Jakob werden dort von Bord gehen und Hermann wird zu uns stoßen. Die Restetappe führt dann über Othonoi bzw. Erikousa und voraussichtlich Paxos zurück nach Preveza.

Soweit der Plan, mal sehen wie es läuft 😉

Samstag, 29. Juni bis Samstag 6. Juli
Letzte Arbeiten am Boot und die ersten 150 Meilen

Nachdem wir mit Svens Papa noch Geburtstag gefeiert haben, machen wir uns am Samstagabend wieder auf den Weg. Diesmal allerdings nur zu dritt, da Lukas noch keine Semesterferien hat (keine Angst, er darf Ende Juli nachkommen). Nach einer relativ entspannten Fahrt trotz Ferienbeginns, erreichen wir Ancona wieder recht frühzeitig und überbrücken die Wartezeit mit einer Siesta und einem kurzen Spaziergang zur Gelateria in Anconas schöner Altstadt. Mit etwa 4 Stunden Verspätung startet die Fähre Richtung Griechenland dann am späten Nachmittag (das Laden dauert gefühlte Ewigkeiten, da wegen der Ferien sehr viele PKWs mitwollen), holt die Verspätung während der Überfahrt, die wir diesmal total verschlafen, jedoch wieder auf.

Auf dem Weg von Igumenitsa nach Preveza können wir uns an kilometerlangen  Oleanderhecken erfreuen, die in allen Farben blühen . In Preveza angekommen erfolgt der übliche „rituelle“ Begrüßungsrundgang mit obligatorischen Café bei Akis, bevor wir unser Boot in der Werft in Augenschein nehmen.  Die Abdeckung hat erstaunlich gut gehalten und von nun an gehen wir wieder in den Arbeitsmodus über, denn schließlich wollen wir ja am Mittwochmorgen – also in eineinhalb Tagen – starten. Viele Arbeiten haben wir schon in den Osterferien erledigt: das Unterwasserschiff wurde für den neuen Anstrich vorbereitet, das Ruder repariert, die ganze Außenhaut poliert und ein Solarpanel neu installiert. Und wir haben die Sicherheitsausrüstung zum Service gebracht – allerdings nicht ganz erfolgreich, da bisher nur die Feuerlöscher und die EPRIRB wieder an Bord sind. Die mindestens genauso wichtigen Rettungswesten und die Rettungsinsel waren an Ostern noch nicht fertig. Deshalb wollen wir noch am Montag nach Lefkas zum Safety-Service, um sicher zu gehen, dass wir am Mittwoch startbereit sind.

Während Ulrike sich auf den Weg macht, hat der Rest der Crew eine andere Herausforderung zu meistern: Von unseren Nachbarn erfahren wir, dass sich im Baum unseres  Bootes Vögel eingenistet haben, was das geplante Aufriggen erschwert. Im Baum können wir das Nest nicht lassen, da wir ab Mittwoch unterwegs sind und die fast flüggen Vögel somit ihrer Heimat und ihrer Eltern beraubt wären. Also starten wir eine Nestumbauaktion und die kleinen Sperlinge bekommen ein neues Zuhause in zwei Obstkisten, das zum Glück  von der Vogelmama nach etwas lautstarker Schimpferei angenommen wird. Jetzt kann endlich das laufende Gut eingefädelt werden .

Das Behelfsnest

Den Dienstag verbringen wir mit der weiteren Vorbereitung des Bootes. Früh am Morgen werden die Segel aufgeriggt, alles muss gestaut werden und natürlich der Unterwasseranstrich von Sven aufgebracht werden. Müde, aber sehr zufrieden fallen wir am Abend in die Betten und sind auf den kommenden Morgen gespannt.

Sven beim „Blaumachen“

Pünktlich um 6 Uhr klingelt der Wecker- und das in den Ferien….. doch um 8.30 Uhr ist der Krantermin angesetzt… Alles verläuft nach Plan und so können wir etwa eine Stunde später in See stechen.

Startbereit

Ein kurzer Zwischenstop noch am Stadtkai von Preveza, mit abschließender Verproviantierung beim Gemüsehändler (und auch der Honig/ Olivenölhändler, den wir an Ostern vergeblich gesucht hatten, schaut mit seiner Vespa am Kai vorbei) und die neue Reise kann beginnen. Mit anfänglich gutem Wind , der allerdings gegen Nachmittag nachlässt, segeln wir unserem Tagesziel Parga entgegen. Dort angekommen, finden wir kurz vor Einbruch der Dämmerung einen schönen Ankerplatz, stellen aber fest, dass das Ankerlicht zeitweise nicht funktioniert, sodass Jakob gleich zu Beginn des Törns den Mast erklimmen muss. Nach erfolgreicher Reparatur Geht der erste schöne Segeltag bei typischer Strandbarmusik aus der Ferne zu Ende.

Wie immer gut besucht – der Ankerplatz unterhalb der Burg

Leider kein Wind am Donnerstag – doch bummeln können wir nicht gleich zu Beginn der Reise. Also muss der ungeliebte Dieselwind die nächste Etappe bestreiten- einziger Trost ist der gut gekühlte Kühlschrank und die Aussicht auf einen schönen Liegeplatz in der Mandraki-Marina unterhalb der Burg in Korfu, den wir am Nachmittag telefonisch reservieren.
Wie erwartet ist der Liegeplatz sehr malerisch, jedoch mit wenig Platz unter dem Ruder, das zwei Steinbrocken bei jedem vorüberfahrenden Boot bedrohlich nahekommt.  Lösung Nummer 1: Jakob darf im relativ sauberen Marinawasser tauchen und die Steinbrocken in tiefere Regionen befördern. Doch auch mit dieser Lösung sind wir nicht ganz zufrieden und drehen das Boot schließlich doch mit dem Bug zum Anleger -umsonst getaucht….

Unser Liegeplatz direkt vor der Marinabar

Da wir Griechenland verlassen wollen und dazu einen Stempel im DEKPA benötigen, wollen wir uns früh am Freitagmorgen auf den Weg zur Hafenmeisterei machen. Bei noch relativ humanen Temperaturen kommen wir dort auch um 5 Minuten vor Acht an. Auf Nachfrage erfahren wir, dass wir für die Ausreise nach Italien keinen Stempel bekommen könnten, da dieser ja nicht nötig sei… Da wir jedoch ziemlich sicher sind, in Italien nicht ausklarieren zu können und keinesfalls ohne irgendein Papier im bürokratisch sehr korrekten Kroatien einreisen möchten, insistieren wir auf einen Stempel. Unser Schachzug: „Wir möchten nach Kroatien – und das ist außerhalb des Schengen-Raums. “ Gegenzug: „Die zuständige Person ist noch nicht da-die Büros öffnen erst um 8 Uhr. “ Also sollen wir uns noch 5 Minuten gedulden. Kein Problem – wir nehmen in der Eingangshalle in den bequemen Wartesesseln Platz und beobachten das Kommen und Gehen…Gegen halb Neun tut sich auch etwas in der Pförtnerloge. Nachdem ein „Kunde“ bereits erfolgreich seine Geschäfte  erledigt hat, stellen auch wir uns an.
Etwas lustlos werden wir nach unserem Anliegen gefragt und erhalten nach kurzer Beratungszeit auch unseren DEKPA – Stempel, nicht ohne das übliche Kopieren sämtlicher Bootspapiere samt Ausweisen und sogar das neue e-tepai, die elektronisch erfasste neue Bootssteuer wird sicherheitshalber mitkopiert. Nach einer knappen Stunde sind wir glücklich im Besitz unseres Stempels und darin bestärkt die Route über Italien statt Albanien und Montenegro zu wählen, um so wenig Bürokratie wie möglich durchlaufen zu müssen.

Die Mandraki Marina

Mit Aussicht auf etwas mehr Wind als am Vortag legen wir gegen Mittag in Korfu ab. Ziel ist die Insel Erikoussa, die wir schon im vorletzten Jahr als Absprunghafen nach Italien gewählt haben. Wie schon vor zwei Jahren, weht uns auf dieser Strecke der Wind kontinuierlich entgegen, sodass wir ständig aufkreuzen müssen. Und wie so oft werden aus den angekündigten 3-5 Bft. vor der Insel 5-7, sodass wir diverse Male reffen müssen und aus den geplanten 30 Meilen etwa 40 werden. Dennoch ein sehr schöner Segeltag, der in der schönen Bucht auf Erikoussa endet.

Die neue Marina von Erikoussa

Die „Bettenburgen“ von Erikoussa

Samstag heißt es relativ früh „Anker auf“, doch wir sind uns bei dem andauernden Nordwestwind nicht sicher, ob wir die geplante Etappe heute schaffen können. Der Wind kommt genau aus der Richtung, in die wir segeln müssen, um nach Otranto in Süditalien zu gelangen und zu Beginn scheint es wirklich, als hätten wir heute kein Glück. Wir schaffen von Kurs noch nicht einmal die Südspitze des Stiefelabsatzes. Doch je weiter wir Richtung Italien kommen, desto mehr dreht der Wind, wie gehofft, Richtung Nord, sodass wir nur wenige Meilen südlich von Otranto auf die italienische Küste treffen.

Volltreffer – wir kommen direkt am Capo d‘ Otranto an

Dort werden wir direkt von einer Kunstflugstaffel begrüßt, die etwas weiter nördlich über dem Meer ihre Runden dreht- ein wenig mulmig ist uns schon zu Mute… Als wir nach fast 12Stunden Segelzeit in Otranto bei der Lega Navale ein Plätzchen  gefunden haben, erfahren wir auch, dass am Wochenende eine große Flugschau stattfindet und die gesehenen Flüge Übungsflüge waren.

Formationsflug

Gemischte Gefühle beim Anblick des Plakats

Der Hafen liegt direkt unterhalb der wunderschönen Altstadt Otrantos, sodass wir uns trotz Müdigkeit noch zu einem Stadtbummel aufmachen und uns zur Feier des Tages eine riesige Pizza gönnen (sie reicht auch noch zum Mittagessen des folgenden Tages).

Wie immer die Burg vom Hafen aus …

… und das Boot von der Burg aus

Sonntag, 7. Juli bis Sonntag 14. Juli
Noch … Meilen bis Vieste

In dieser Woche ist die Herausforderung weniger, wie eigentlich erwartet, die Überfahrt nach Kroatien, sondern der Weg zum Absprunghafen Vieste am Sporn des italienischen Stiefels.
Ganze drei Anläufe brauchen wir, um unser Ziel endlich zu erreichen….

Nach einem gemütlichen Frühstück am Sonntag dümpeln wir eher ohne besondere Vorkommnisse (mit Ausnahme einer Rettungsaktion für einen herrenlosen, aber  nagelneuen Volleyball mitten auf dem Meer) nach Brindisi, wo wir nach einer kurzen Fahrt durch den Innenhafen dann doch in der Marina anlegen, weil am Stadtkai ein Openair-Konzert stattfindet und alle Plätze belegt sind. Doch selbst in der weit entfernten Marina können wir noch akustisch am Konzert teilhaben. Für Jakob steht erneut ein Tauchgang an, da wir nicht sicher sind, ob sich etwas in der Schraube verfangen hat – der Motor läuft im Stand etwas unrund. Zum Glück ist auch dieser Tauchgang „umsonst“.

Wie so oft – Blick von der Marina auf die Festung

Die Wettervorhersage ist gut, der Wind kommt auch aus geeigneter Richtung – somit beschließen wir am Montag, den Golf von Manfredonia direkt nach Vieste in einer Nachtfahrt zu queren, was uns einige Meilen Gesamtstrecke sparen kann. Der für Nachtfahrten obligatorische Nudelsalat wird vorbereitet, um die Mittagszeit abgelegt und zunächst läuft alles nach Plan – noch 107 Meilen bis Vieste….
Gegen Abend teilen wir die Nachtwachen ein und sind guter Dinge, unser Ziel am nächsten Morgen zu erreichen. Für Mittwoch ist der Durchzug einer Gewitterfront gemeldet, die wir dort abwettern wollen. Doch kurz vor Sonnenuntergang zieht direkt aus Nordwest eine Front auf, die unseren Weg empfindlich stören könnte. Also muss Plan B her – wir ändern unseren Kurs und steuern Monopoli an, wo wir nach Rücksprache mit dem Hafenmeister einen schönen Platz am Stadtkai finden.

Unser Plätzchen am Stadtkai

Wie die weitere Wetterentwicklung zeigt, war unsere Planänderung „umsonst“, denn die Front löst sich in Wohlgefallen auf, was uns ein wenig ärgert. Doch eigentlich sind wir auch ein wenig froh, dass uns der Zufall nach Monopoli gebracht hat, denn der Hafen und die direkt angrenzende Altstadt, durch die wir am späten Abend noch ein wenig spazieren, sind wirklich schön.

Monopoli – nicht das Spiel, die Stadt!

Noch 73 Meilen bis Vieste…. Die Wetterberichte werden früh am Dienstag (der Wecker hat mal wieder um 6 Uhr geklingelt) genauestens studiert und wir kommen zu dem Schluss, dass es diesmal klappen könnte. Zwar sind wieder Gewitter gemeldet, die sich jedoch alle über dem Land austoben sollen – darin sind sich alle Berichte einig. Und so legen wir sehr zeitig ab, um am späten Abend unser Ziel zu erreichen. Wieder meint es der Wind gut mit uns, weht aus passender Richtung und wir kommen gut voran. Am frühen Nachmittag quellen am Land die ersten Wolken hoch, doch alles scheint sich noch im Rahmen zu halten. Sicherheitshalber werden noch einmal die verschiedenen Wetterdienste konsultiert. Über der Toskana ist eine Gewitterfront zu sehen, die aber laut Wetterradar an Land südlich ziehen soll und sich dann auflösen soll. In unserer Zielrichtung scheint alles in Ordnung und wir kommen gerade bei schönem Wind gut voran. Also beschließen wir, uns nicht noch einmal vom Wetter an der Nase herumführen zu lassen und segeln weiter. Gerade als wir den Beschluss gefasst haben, hören wir in der Ferne das erste Donnergrummeln. Aus Nordwest braut sich eine bedrohliche  Gewitterfront zusammen. Wieder muss Plan B her. Nach Molfetta sind es querab noch 11 Meilen, Bari liegt 13 Meilen entfernt – allerdings direkt dort, wo wir herkommen. Beide Ziele können wir innerhalb 2- 2,5 Stunden bei „Vollgas“ erreichen. Der Blick auf die Front nimmt uns die Entscheidung ab. Wir bergen die Segel und begeben uns auf direktem Weg Richtung Bari. Doch wir haben die Front unterschätzt – sie zieht sich innerhalb weniger Minuten um uns zusammen und die ersten Blitze zucken schon am Himmel. Jetzt sind wir mittendrin, von allen Seiten blitzt und donnert es und wir können nur hoffen, dass die Blitzeinschläge möglichst weit von unserem Boot stattfinden. Nach etwa einer Stunde löst Starkregen das Blitzen uns Donnern ab und der Wind hat auf 9 -10 Windstärken (stärkste gemessene Böe: 56kt) aufgefrischt – zum Glück kommt er von hinten und die Wellen halten sich in Grenzen. Nach einer weiteren Stunde hat auch  der Regen aufgehört, der Wind sich auf Stärke 6-7 beruhigt und wir finden einen sicheren Platz in der Marina Rainieri, einer Werft im neuen Hafen von Bari. Ein Blick auf das Regenradar zeigt uns, dass die Gewitterzelle, die uns so unvorbereitet erwischt hat, innerhalb weniger Stunden von der Westküste Italiens bis nach Albanien gezogen ist.

Die Liegeplätze bei der Cantiere Navala Raniere

Am Mittwoch ist abwettern angesagt, eine ideale Möglichkeit, die salzige Wäsche zu waschen und so machen Sven und Ulrike sich mit dem Bus auf ins Stadtzentrum zur Wäscherei. Die Pausen werden im Café nebenan verbracht, doch während unsere Wäsche ihre letzten Runden im Trockner dreht und wir das Café gerade verlassen wollen, hagelt es Eiswürfel vom Himmel.

Zebrastreifen „on the rocks“

Ein kurzer Anruf bei Jakob auf dem Boot, den wir bitten wollen, das neue Solarpanel abzudecken, belehrt uns, dass es noch größer geht: im Hafen hagelt es Tennisbälle und Jakob holt sich einen blauen Fleck, als er beim Versuch, das Panel abzudecken von einem solchen getroffen wird. Zum Glück übersteht Silva das Unwetter unbeschadet, sodass wir den Nachmittag trotz Gewittergegrummel in der schönen Altstadt Baris verbringen können.

Stadtmauer und Festung in Bari

… und immer noch Gewitter

Donnerstag: Anlauf Nummer drei – noch 53 Meilen auf direktem Weg bis Vieste…
Allerdings kommt heute der Wind direkt von dort! Er hat etwas nachgelassen, doch die Dünung lässt deutlich auf das Wetter des Vortags schließen und so ackern wir gegen den Wind durch die bremsenden Wellen, die unser kleines Boot immer wieder einmal ganz verschwinden lassen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als entlang der Küste hoch zu kreuzen und wir haben das Gefühl, niemals anzukommen. Nach 15 Stunden und 71 Meilen können wir nachts um halb Eins endlich neben den Fischerbooten in Vieste anlegen.
Statt der anfangs erhofften 107 Meilen haben wir über 160 zurückgelegt!

Zwischen den Kuttern können wir am späten Abend anlegen

Die Hafenein- bzw. -ausfahrt im Morgenlicht

Ciao Bella Italia

Kroatien – wir kommen. Bei wenig Wind und zumeist unter Motor legen wir am Freitag fast geruhsam den Weg nach Lastovo, der äußersten bewohnten dalmatinischen Insel und Einklarierungshafen zurück. Unterwegs passieren wir Palagruza, ein kleines Archipel mit Leuchturm inmitten der Adria. Hier wollten wir schon immer einmal vorbeikommen.

Palagruza – die „Hochseeinsel“ Kroatiens, mitten in der Adria

Die Beflaggung zum Einklarieren

(Ei)Land in Sicht

In Ubli auf Lastovo angekommen legen wir vorschriftsmäßig an der Zollmole an und finden eine Telefonnummer vor, die uns mit der örtlichen Grenzpolizei verbindet, welche verspricht,sich auch direkt auf den Weg zu machen.
Etwas gespannt sind wir schon, da wir verschiedentlich merkwürdige  Berichte über das Ein -und Ausklarieren in Kroatien gelesen haben. Doch die Grenzbeamten, die nach etwa einer halben Stunde auftauchen, sind superfreundlich, entschuldigen sich für die Verspätung, erledigen die Formalitäten unkompliziert in 5 Minuten und  erlauben uns, die Nacht an der Zollmole zu bleiben, da wir ja am nächsten Morgen noch beim Hafenmeister zur Anmeldung der Yacht vorbei müssen.

An der Zollmole in Ubli / Lastovo

Alles bestens! Nach dem langen Fahrtag bereiten wir unser etwas verspätetes Abendessen zu und sitzen gemütlich im Cockpit, als um 22.15 Uhr in der engen Bucht eine riesige Fähre auftaucht (etwa doppelt so groß wie die Fähre, die bereits am Fähranleger liegt). Sie wird von einer entsprechend großen Bugwelle begleitet, die unserem Kleinen Boot am Anleger gar nicht gut tut. Jakob springt als erster vom Essen auf und hält zusammen mit Sven so gut als möglich das Boot, das wild auf und ab hüpft von der Kaimauer ab. Resultat sind zum Glück nur ein mit lautem Knall geplatzter Fender, ein vom Tisch gefallener Teller und ein um etwa einen halben Meter längerer und etwas dünnerer Festmacher. Darauf waren wir nicht vorbereitet!

Da ist die Luft raus!

Etwas besorgt schaut der Grenzpolizist bei uns vorbei und teilt uns mit, dass die Fähre in der Nacht wieder ablege…also stellen wir unseren Wecker auf vier Uhr, um auf alles vorbereitet zu sein. Als sich kurz nach vier geschäftiges Treiben auf der Fähre einstellt, legen wir kurzerhand ab und warten die Ausfahrt der Fähre in der großen Bucht vorm Hafen ab, um uns dann wieder an die Mole zu legen und unseren wohlverdienten Schlaf fortzusetzen.
Am Morgen erledigen wir die übrigen Formalitäten beim Hafenmeister, der auch sehr freundlich ist und entscheiden uns, bis zur nächsten Insel, Korcula, weiter zu segeln.
Wieder einmal bestimmt jedoch das Wetter unseren Kurs. Zwar sind erst für den Abend Gewitter gemeldet, doch ein Donnergrummeln lässt uns kurz hinter Lastovo nach gemachten Erfahrungen vom Dienstag direkt umkehren. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass es den ganzen Tag und in der darauffolgenden Nacht weder regnet noch gewittert!
Da wir einen guten Platz am ehemaligen U-Bootbunker finden, eine nette Crew aus Österreich als Nachbarn haben, verbringen wir einen weiteren Tag auf Lastovo.

Da passen auch zwei rein – die alten U-Boot- bzw. Schnellbootbunker sind gute Anleger

Zum Zeitvertreib wird neben Schwimmen und  Spazieren noch das Ankerlicht repariert (wieder einmal) und ein Stück schadhafte Fuge im Cockpit erneuert.
Bei optimalem Wind und recht früh am Morgen (der Wind soll am Nachmittag auf Nordwest drehen) verlassen wir am Sonntag Lastovo, diesmal mit dem Ziel Hvar. Mit einem guten Amwindkurs kommen wir bei strahlendem Sonnenschein bis zur Stadt Hvar. Jetzt dreht der Wind auch immer weiter auf Nordwest, sodass wir etwas mühevoll den Kanal vor der Stadt hochkreuzen müssen, aber mit dem Ziel beim „Fischer“ ein leckeres Abendessen zu bekommen ( hier war Ulrike übrigens noch nie)  segelt es sich umso motivierter.

Das Leuchttürmchen am Eingang des Pakleni Kanals

In der Stadt Hvar ist wie immer viel los

Am frühen Nachmittag erreichen wir aufgrund der optimalen Bedingungen ( wir sind oft etwa 6 Knoten schnell gefahren) die herrliche kleine Bucht und machen an der Boje fest.

Die kleine, aber sehr feine Konoba

Doch bevor wir am Abend das leckere Essen genießen können, steht noch eine Herausforderung für unseren „Bordtaucher“ Jakob an. Bei seiner Routinekontrolle beim Schwimmen hat Jakob festgestellt, dass die Opferanode an der Schraubenwelle sich gelockert und verschoben hat. Dies können wir so nicht anstehen lassen, also muss die Anode getauscht werden … selbstverständlich unter Wasser!!!  In mehreren Tauchgängen (wir sollten Jakob doch einmal einen Tauchkurs spendieren, damit er mit Tauchausrüstung arbeiten könnte) wird die alte Anode abgeschraubt und die neue angebracht. Jetzt hat Jakob sich sein Abendessen redlich verdient!